Dresden: Mehrere Tausend demonstrieren in Dresden gegen „Pegida“

Protest gegen fremdenfeindliche Bewegung : Mehrere Tausend demonstrieren in Dresden gegen „Pegida“

Am Sonntag haben sich mehrere Tausend Menschen an Demonstrationen gegen die „Pegida“-Bewegung in Dresden versammelt. Die fremdenfeindliche Bewegung, die regelmäßig montags gegen Flüchtlinge und den Islam mobil macht, veranstaltete eine Kundgebung zu ihrem fünfjährigen Bestehen.

Insgesamt vier Protestzüge richteten sich gegen die Veranstaltung. Nach Angaben eines Sprechers der Initiative „Herz statt Hetze“ versammelten sich rund 8000 Menschen hinter der Forderung nach Toleranz und Weltoffenheit. Die Polizei machte keine genauen Angaben zur Zahl der Teilnehmer auf beiden Seiten.

Der Sprecher von „Herz statt Hetze“ wertete die Proteste gegen „Pegida“ als Erfolg. Es sei friedlich bis zum Nachmittag geblieben. Auch ein Polizeisprecher sprach von einem insgesamt ruhigen Verlauf angesichts Tausender Teilnehmer. Aufseiten der „Pegida“-Veranstaltung kam es aber auch zu strafrechtlich relevanten Zwischenfällen. So teilte die Polizei auf Twitter mit, dass ein 62-Jähriger den Hitlergruß gezeigt habe. Von zwei weiteren Teilnehmern der „Pegida“-Demo wurden die Personalien wegen der Vorwurfs der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole aufgenommen.

Zudem wurde nach Polizeiangaben aus der „Pegida“-Versammlung heraus eine übelriechende Substanz auf die Gegendemonstranten geworfen. Dabei sei aber niemand verletzt worden, sagte der Polizeisprecher.

Unterstützung für die Gegendemonstranten hatten auch Bündnisse aus Leipzig und Chemnitz angekündigt. Es dürfe nicht unwidersprochen bleiben, dass das „Pegida“-Bündnis seinen fünften Jahrestag feiern wolle, erklärten sie zuvor. Bei der Kundgebung von „Herz statt Hetze“ sprachen nach Angaben des Sprechers Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und der Leiter der Neuen Jüdischen Kammerphilharmonie, Michael Hurshell, als Vertreter der Jüdischen Gemeinde.

„Pegida“ versammelt sich seit Oktober 2014 in der Regel montags zu Demonstrationen in Dresden. Die Bewegung lehnt unter anderem die Flüchtlingspolitik ab. Regelmäßig sind dort auch AfD-Politiker zu Gast, etwa der thüringische Parteichef und Anführer des völkischen „Flügels“ der Partei, Björn Höcke. Zuletzt war auch der jüngst zum Vizepräsidenten des sächsischen Landtags gewählte AfD-Politiker André Wendt bei „Pegida“ gesehen worden. Bei der „Pegida“-Kundgebung am Sonntag bekundeten Redner den Schulterschluss mit der AfD.

Scharf angegriffen wurden unter anderem die evangelische Kirche und die Medien, speziell der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Wiederholt skandierten Teilnehmer wie bereits in der Vergangenheit den Ruf „Lügenpresse“.

(felt/epd)
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