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10.000 Euro Belohnung ausgesetzt: Dreifachmord von Overath gibt weiter Rätsel auf

10.000 Euro Belohnung ausgesetzt : Dreifachmord von Overath gibt weiter Rätsel auf

Köln (rpo). Die Polizei steht nach dem Dreifachmord an einer Rechtsanwaltsfamilie in Overath weiter vor einem Rätsel. Jetzt hoffen die Beamten, dass Handzettel und eine ausgesetzte Belohnung von 10.000 Euro neue Erkenntnisse bringen.

Obwohl inzwischen annähernd 100 Informationen aus der Bevölkerung eingegangen seien, gebe es noch immer keine erkennbare "heiße Spur" zu dem Täter oder den Tätern, erklärte ein Sprecher.

Die Spurensicherung in der Rechtsanwaltskanzlei, wo am Dienstag vergangener Woche der 61-jährige Rechtsanwalt Hartmut N., seine 53-jährige Ehefrau und seine 26-jährige Tochter erschossen worden waren, dauerte nach Angaben der Kölner Polizei noch immer an. Es gebe bisher keine Anzeichen, dass sich der oder die Täter gewaltsam Zutritt zu den Räumen verschafft hätten. Der gesamte Tatablauf sei noch ungeklärt.

33 Beamte arbeiten inzwischen in der "Mordkommission Overath" zusammen. Sie konnten bisher 45 der eingegangenen Hinweise abarbeiten, freilich offenkundig ohne durchschlagenden Erfolg.

Auch zu der bei der Tat verwendeten Waffe gebe es noch keine konkreten Erkenntnisse, erklärte die Polizei. Die Ermittler warteten auf das Ergebnis eines Gutachters. Nicht bestätigen wollte ein Polizeisprecher einen Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers", wonach die drei Opfer mit einer großkalibrigen Waffe durch Schüsse in den Hinterkopf regelrecht hingerichtet worden seien.

Identifizierung schwierig

Die Schüsse hätten die Gesichter weggerissen und dadurch zunächst die Identifizierung der Opfer schwierig gemacht. Der Polizeisprecher sagte, aus ermittlungstaktischen Gründen, aber auch aus Pietät wolle die Polizei zu solchen Einzelheiten des Verbrechens keine Angaben machen.

Am Nachmittag - zu der Zeit vor genau einer Woche geschah das Verbrechen - verteilten 30 Polizeibeamte im Zentrum von Overath in der Nähe des Tatortes Handzettel, um so weitere mögliche Zeugen anzusprechen. Auf den Handzetteln sind Phantombilder eines Paares zu sehen, nach dem seit Freitag gefahndet wird.

Der 30 bis 40 Jahre alte Mann soll kurz nach der Bluttat das Haus verlassen haben, in dem die Kanzlei liegt, und dann auf der Straße mit einer Frau mit rötlichen Haaren und Pferdeschwanz zusammengetroffen sein. Die Staatsanwaltschaft Köln und die Familie der Opfer haben inzwischen eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung der Mörder führen.