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Rache für Prozess um Mietrückstände - Haftbefehl erlassen: Dreifachmord von Overath aufgeklärt

Rache für Prozess um Mietrückstände - Haftbefehl erlassen : Dreifachmord von Overath aufgeklärt

Köln (rpo). Der Dreifachmord von Overath ist nach Angaben der Polizei aufgeklärt: Die festgenommene 19-Jährige hat gestanden und ihren 45 Jahre alten Freund beschuldigt, aus Rache für eingetriebene Mietrückstände den Anwalt, seine Frau und die älteste Tochter mit einem Schrotgewehr erschossen haben.

Köln (rpo). Der Dreifachmord von Overath ist nach Angaben der Polizei aufgeklärt: Die festgenommene 19-Jährige hat gestanden und ihren 45 Jahre alten Freund beschuldigt, aus Rache für eingetriebene Mietrückstände den Anwalt, seine Frau und die älteste Tochter mit einem Schrotgewehr erschossen haben.

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p class="text">Der 45-jährige Thomas A. hat nach Ansicht der Polizei am 7. Oktober den 61-jährigen Rechtsanwalt Hartmut N., seine 53-jährige Ehefrau und seine 26-jährige Tochter mit Kopfschüssen getötet. Motiv sei ein Streit um Mietschulden von 10.000 Euro gewesen, bei dem der Anwalt gegen Thomas A. aufgetreten sei, berichtete die Polizei bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Köln. Gegen den Tatverdächtigen und seine Freundin wurden Haftbefehle wegen Mordes erlassen.

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p class="text">Thomas A. schweigt bisher zu den Vorwürfen. Ihre Erkenntnisse hat die Polizei aus einem Geständnis seiner 19-jährigen Freundin Jennifer D., die der Mittäterschaft beschuldigt wird, sowie aus Angaben von Bekannten des Hauptverdächtigen. Beide Beschuldigten wurden einer Justizvollzugsanstalt überstellt.

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p class="text">Die zwei waren am Dienstagabend, eine Woche nach der Tat, von einem Sondereinsatzkommando vor einer Spielothek in Aldenhoven im Kreis Düren festgenommen. Der entscheidende Hinweis kam von einem Bekannten des 45-Jährigen, der ihm die Tatwaffe, eine so genannte Pumpgun, vor einem Jahr überlassen hatte. Nach dem Verbrechen hatte Thomas A. ihm die Waffe zurückgegeben und dabei den Mord gestanden.

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p class="text">A. hatte nach den Angaben der Polizei die Schule Ende der 70er Jahre vor dem Abitur verlassen und sich dann als Söldner in Rhodesien und Argentinien verdingt. Zuletzt sei er arbeitslos gewesen. Der Mann sei der rechten Szene zuzuordnen, was allerdings keinen Zusammenhang mit der Tat habe. Ein politisches Motiv sei nicht zu erkennen, erklärte die Polizei.

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p class="text">Nach den Worten von Oberstaatsanwalt Hans Bernhard Jansen hatte der Beschuldigte einen "irrsinnigen Zorn" gegen den Anwalt und habe deshalb ihn und seine Familie töten wollen. Das Paar hatte sich nach den Angaben der Polizei unter dem Vorwand, einen Termin zu haben, Zugang zu der Anwaltspraxis verschafft. Dort habe Thomas A. die Pumpgun aus einer Sporttasche gezogen und sofort die Ehefrau des Anwalts mit einem Schrotschuss getötet. Danach sei es zunächst zu einem Gerangel gekommen, in dessen Verlauf Jennifer D. die Anwaltstochter fesselte. Dann habe Thomas A. die beiden noch lebenden Opfer mit je einem Schuss umgebracht.

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p class="text">Thomas A. sei wegen Körperverletzung und Drogendelikten der Polizei bekannt gewesen, Jennifer D., eine Verkäuferin, sei wegen Schwarzfahrens aufgefallen, berichtete die Polizei. Zu Meldungen, dass A. einer rechtsradikalen Wehrsportgruppe angehöre, gebe es keine Erkenntnisse bei der Polizei. Die Ermittlungen über das Umfeld von A. stünden noch am Anfang. Von der Kleidung her sei der Verdächtige jedenfalls nicht als typischer Rechtsextremist aufgefallen.

In dem Overather Fall hatte eine 33-köpfige Mordkommission etwa 120 Hinweise verfolgt. Seit Freitag hatte die Polizei mit Phantombildern dem Paar, dem hageren Mann und der Frau mit dem roten Pferdeschwanz, gefahndet. Bei der Festnahme seien die Verdächtigen unbewaffnet gewesen und hätten keine nennenswerte Gegenwehr geleistet, erklärte die Polizei.