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Tote Kinder auf Grundstück gefunden: Drei Babyleichen stammen von derselben Mutter

Tote Kinder auf Grundstück gefunden : Drei Babyleichen stammen von derselben Mutter

Gotha/Thörey (RPO). Die drei Babyleichen, die im thüringischen Thörey gefunden wurden, stammen alle von derselben Mutter. Die 21-Jährige hat eingeräumt, alle Babys allein in der elternlichen Wohnung in Erfurt zur Welt gebracht zu haben. Später habe sie die toten Kinder versteckt. Die Todesursache der Säuglinge ist noch unklar.

Die am Donnerstagabend erneut festgenommene junge Frau aus Erfurt hat laut Staatsanwaltschaft in der Vernehmung eingeräumt, das erste Kind, einen Jungen, zur Welt gebracht zu haben als sie 16 Jahre alt war. Das zweite Kind, ein Mädchen, sei ein Jahr später geboren worden. Die Frau hatte zuvor schon gestanden, das bereits vor einer Woche entdeckte tote Kind im April 2005 entbunden und auf dem Grundstück in Thörey versteckt zu haben.

Auf den grausigen Fall war der neue Besitzer des betroffenen Anwesens gestoßen. Am 17. Januar hatte er auf dem seit zwei Jahren leer stehenden Gutshof in einem Müllsack die verweste und stark verschmutzte Leiche eines kleinen Mädchens gefunden. Die daraufhin ermittelte 21-jährige Mutter gestand, im April 2005 ein Mädchen geboren und kurz darauf in die Garage des Hauses gebracht zu haben, das sie zuvor mit ihren Eltern und zwei weiteren Schwestern bewohnte hatte.

Wie der Leiter der Tatortermittlungsgruppe der Kripo, Emil Brockmann, sagte, waren die beiden Babyleichen von dem neuen Besitzer des Anwesens am Donnerstag bei Abrissarbeiten in der Zwischendecke der Garage gefunden worden. Sie lagen in zwei gut verschnürten und mit Plastiktüten umhüllten Kartons. Da sie nahezu luftdicht abgeschlossen gelagert worden seien, seien die Körper verfault, die inneren Organe hätten sich verflüssigt.

Ein Sprecher der Erfurter Staatsanwaltschaft erklärte am Freitag, die Frau habe ausgesagt, sie habe auch die beiden nun gefundenen Babys allein und ohne Hilfe versteckt. Die Obduktion sei von zeitversetzten Geburten ausgegangen, was die Darstellung der 21-Jährigen bestätigen würde. Das Ergebnis der DNA-Analyse stehe noch aus. Ob die Kinder bei der Geburt noch gelebt hatten, könne noch nicht gesagt werden.

Nach dem ersten Leichenfund war laut Staatsanwaltschaft wegen Verdachts des Totschlags ermittelt worden, damals hieß es aber, es bestehe "kein dringender Tatverdacht". Die Frau hatte sich daraufhin kurzzeitig in eine psychiatrische Anstalt begeben.

Nach Angaben der Ermittler soll noch am Freitag Haftbefehl gegen die Frau, die bisher ein berufsbildendes Gymnasium besucht hatte, wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags in drei Fällen ergehen.

Das Grundstück werde jetzt erneut nach möglichen weiteren Leichen abgesucht. Ob der Besitzer das Anwesen behalten will, ist noch nicht bekannt.

(afp)