Führerlose Waggons töten zwei Menschen: Drama am Bahnübergang menschliches Versagen

Führerlose Waggons töten zwei Menschen: Drama am Bahnübergang menschliches Versagen

Attendorn (rpo). Der tragische Bahn-Unfall vom Samstag, bei dem in Attendorn zwei Menschen getötet und acht verletzt wurden, ist nach Aussage der Polizei auf menschliches Versagen zurückzuführen.

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p class="text"><P>Attendorn (rpo). Der tragische Bahn-Unfall vom Samstag, bei dem in Attendorn zwei Menschen getötet und acht verletzt wurden, ist nach Aussage der Polizei auf menschliches Versagen zurückzuführen.

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p class="text">Die Waggons waren nach dem Versetzen auf der abschüssigen Strecke zwischen Olpe und Attendorn außer Kontrolle geraten und hatten an dem Bahnübergang im Abstand von etwa 30 Sekunden zwei Autos und mehrere Fußgänger erfasst.

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p class="text">Dabei kamen zwei 68 und 69 Jahre alte Frauen ums Leben. Unter den Verletzten sind drei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren. Ursache für das Drama ist nach Ermittlungen der Polizei menschliches Versagen. Ein Bremsschuh sei nicht montiert worden, hieß es.

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p class="text">Die drei Arbeiter, die für das Verrücken der Waggons an der Brücken-Baustelle verantwortlich waren, verweigern die Aussage. Sie hatten einen Waggon auf der für das bloße Auge ebenen Teilstrecke weggerollt, um Platz für ein Gerüst zu schaffen, teilte die Polizei mit. Dabei hätten sie keinen Bremsschuh auf den Gleisen befestigt.

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p class="text">Die mit Kabeltrommeln beladenen Waggons, die über keine eigene Bremse verfügen, waren etwa vier Kilometer weit auf der wegen Brücken- Bauarbeiten gesperrten Strecke gerollt. Auf Grund der Streckensperrung war die Bahnschranke offenbar außer Betrieb.

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p class="text">Die Insassen eines Kombis, ein 49-jähriger Mann und zwei 13 Jahre alte Mädchen, wurden verletzt. Der erste Waggon erfasste ihr Auto und schleifte es etwa 15 Meter weit mit. Ein folgender Kleinwagen wurde von dem zweiten Waggon über 150 Meter weit geschoben und total zerstört. Die 49 Jahre alte Fahrerin und eine 14-Jährige erlitten Verletzungen.

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p class="text">"Die Insassen hatten noch großes Glück", meinte ein Feuerwehrmann. Drei weitere Menschen, die sich auf dem Gleis befanden waren, kamen ebenfalls zu Schaden. Es schwebe aber niemand in Lebensgefahr, teilte ein Polizeisprecher mit. Die getötete 69-Jährige wollte nach dem ersten Zusammenstoß helfen und wurde dann von dem nachfolgenden Waggon erfasst.

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p class="text">"Es sah einfach entsetzlich aus, einer der Toten waren durch die Wucht des Aufpralls Gliedmaßen abgetrennt worden", sagte Berthold Müller von der Freiwilligen Feuerwehr Attendorn. Er selbst sei seit fast 40 Jahren bei der Feuerwehr und habe "so was noch nie gesehen".

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p class="text">Die Einsatzkräfte hätten sich zunächst über den Einsatz gewundert, da die Strecke zwischen Attendorn und Olpe wegen einer Brückensanierung an einer Talsperre am Biggesee nicht befahren wird. "Wir konnten erst gar nicht glauben, dass da überhaupt was passiert", sagte Müller.

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p class="text">Die Polizei musste nach dem Unglück weit über 100 Schaulustige hinter eine 50 Meter vom Bahnübergang entfernte Absperrung zurückdrängen. Die Feuerwehr stellte als Sichtschutz vier ihrer Fahrzeuge vor die Unglücksstelle. Auch am Sonntag waren viele Schaulustige unterwegs, um sich den Bahnübergang "Am Wassertor" anzusehen. Am Unfallort lagen Blumen und brannten Kerzen.

Zum Unglückszeitpunkt am Mittag waren auch viele Touristen im malerischen Attendorn mit seinem Schloss. Unweit der Unfallstelle liegt die bundesweit bekannte Atta-Tropfsteinhöhle.

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