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Verdacht auf "Krok" in Bochum: Doch keine Spuren der gefährlichen Droge

Verdacht auf "Krok" in Bochum : Doch keine Spuren der gefährlichen Droge

Bochum (RPO). Die Polizei in Bochum hat weiterhin keine konkreten Hinweise darauf, dass die gefährliche Droge "Krok" in der Stadt im Umlauf ist. Bei den am Hauptbahnhof beschlagnahmten neun Heroinproben handele es sich nicht um das befürchtete Drogengemisch aus Russland.

Das sagte Polizeisprecher Volker Schütte am Freitag. Das hätten Untersuchungen im Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf ergeben.

Demnach konnte das für "Krok" typische Desomorphin nicht nachgewiesen werden. Auch eine Analyse auf Metalle, Phosphor und Jod verlief negativ. "Die untersuchten Proben waren unauffälliges Heroin oder Verschnittformen davon", sagte Schütte.

Grund für die Ermittlungen zu "Krok", das auch "Krokodil" genannt wird, waren vier Drogenkonsumenten, die sich am vergangenen Wochenende mit großflächigen, Haut- und Gewebeschäden anonym bei der Bochumer Krisenhilfe gemeldet hatten.

Die Betroffenen gaben dort an, Heroin am Hauptbahnhof erworben und gespritzt zu haben, bevor die gefährlichen grünlich grauen Ausschläge auftraten. Aufgrund der Symptome waren die Behörden von "Krok"-Konsum ausgegangen.

"Wir hoffen, dass die Drogenkonsumenten sich melden und zur Aufklärung beitragen", sagte Schütte. Der zuständige Staatsanwalt hat bereits in Aussicht gestellt, dass die vier Betroffenen straffrei davon kämen, wenn sie sich stellten. Bis dahin können die Ermittler über die Herkunft der Drogen nur spekulieren. "Möglicherweise haben die Leute sich das Gemisch auch selbst zusammengestellt", sagte Schütte.

Hier geht es zur Infostrecke: Fakten aus dem deutschen Drogen- und Suchtbericht 2011

(apd)