Autofahrer kassiert Knöllchen Welche Vorgaben bei der digitalen Parkscheibe gelten

Hamm · Ein Fall eines Autofahrers aus Ostwestfalen, der sein Fahrzeug mit digitaler Parkscheibe geparkt hatte und ein Knöllchen kassierte, sorgt derzeit für Aufsehen. Ist die digitale Parkscheibe etwa gar nicht erlaubt? Was es bei der Nutzung zu beachten gilt.

Ein Strafzettel an einer Scheibe.

Ein Strafzettel an einer Scheibe.

Foto: dpa-tmn/Stefan Sauer

Knöllchen sind ärgerlich, noch ärgerlicher sind sie aber, wenn man eigentlich denkt, alles richtig gemacht zu haben: Ein Mann aus dem ostwestfälischen Enger im Kreis Herford hat für das Parken mit einer digitalen Parkscheibe ein Verwarngeld erhalten. Wie die „TZ“ berichtet, glaubte er jedoch alles richtig gemacht zu haben und legte deshalb Widerspruch ein. Der Fall landete schließlich vor Gericht.

Es stellte sich heraus, dass in dem Auto des Mannes ein erlaubtes Modell angebracht. Außerdem hatte er sein Fahrzeug im öffentlichen Parkraum abgestellt. Die Straßenverkehrsbehörde bemängelte, dass sich die Sonne in der Scheibe gespiegelt habe und die Parkscheibe deshalb nicht ablesbar gewesen sei. Der Richter gab allerdings dem Autofahrer recht.

Die digitale Parkscheibe ist seit 2005 in Deutschland zulässig. Der Vorteil: Sie ist bereits an der Frontscheibe befestigt und verhindert somit, dass man vergisst, die Parkscheibe zu platzieren. Dafür müssen die Batterien regelmäßig ausgetauscht werden, damit sie funktioniert. Auch darüber hinaus gibt es einige Vorgaben zu beachten.

Wie funktioniert die digitale Parkscheibe?

Zum Eiskratzen dient sie zwar nicht, ansonsten kann die digitale Parkscheibe aber im Alltag helfen. Sie verfügt über einen elektronischen Bewegungsmelder, der sich beim Abstellen des Motors automatisch auf den Anfang der Parkzeit einstellt. Diese Zeit wird unverändert angezeigt, bis das Auto weiterfährt. Erreicht ein Autofahrer den Parkplatz zum Beispiel um 9.20 Uhr, stellt sich die elektronische Parkscheibe auf 9.30 Uhr ein – so wie Paragraf 13 der Straßenverkehrsordnung (StVO) das vorschreibt.

Wann ist sie erlaubt?

Um in Deutschland zugelassen zu werden, ist eine Typengenehmigung notwendig. Wichtig ist vor allem, dass ein Weiterlaufen nach Abstellen des Motors ausgeschlossen ist. Rein äußerlich muss auf der Vorderseite wie bei allen Parkscheiben das blau-weiße Parken-Verkehrszeichen 314 abgebildet sein. Damit ist ein weißes „P“ auf blauem Grund gemeint. Über dem Display sollte „Ankunftszeit“ stehen. Zudem ist eine 24-Stunden-Zeitangabe mit einer Zahlenhöhe von mindestens zwei Zentimetern vorgeschrieben.

Ein Problem könnte es auf privat betriebenen Parkplätzen geben. Nach ADAC-Angaben ist es nicht selbstverständlich, dass elektronische Parkscheiben anerkannt werden.

Wo muss sie angebracht werden?

Die elektronische Parkscheibe wird an der Windschutzscheibe angebracht. Wo genau ist nicht vorgeschrieben, allerdings darf sie auf keinen Fall das Sichtfeld des Fahrers beeinträchtigen.

Elektronische Parkscheibe im Ausland?

In anderen Ländern sollte man sich jeweils vorher informieren. Beispielsweise ist die digitale Parkscheibe in Österreich, Belgien und in der Schweiz verboten. Es kann außerdem sein, dass andere Modelle als in Deutschland zugelassen sind. Der ADAC empfiehlt deshalb, im Ausland auf die elektronische Parkscheibe zu verzichten.

(mka)
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