Ulrike Flender: Die erste Frau im Tornado-Cockpit

Ulrike Flender: Die erste Frau im Tornado-Cockpit

Köln (RPO). Ulrike Flender ist als erste Frau in eine der letzten echten Männerdomänen vorgedrungen: Sie ist die erste deutsche Tornado-Pilotin. Derzeit schließt die junge Frau ihre Ausbildung zur Jet-Pilotin ab. Beim Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr-Tornados wird sie noch nicht dabei sein.

Als Kind wollte Ulrike Flender Astronautin werden. Mit 14 Jahren entschied sie sich für einen etwas realistischeren Berufswunsch: Die angehende Abiturientin informierte sich im Internet über den fliegerischen Dienst der Bundeswehr.

Bei einem Truppenpraktikum lernte die Schülerin den Alltag einer Tornado-Staffel kennen. Von da hatte sie ein Ziel vor Augen: Ulrike Flender wollte Tornado-Pilotin werden. Dass sie die erste Frau in diesem Beruf sein würde, interessierte die junge Frau nur am Rande. "Ich wollte gar nicht die Erste sein, sondern immer einfach nur fliegen", sagt Flender. Und fügt bescheiden hinzu: "Trotzdem bin ich auch etwas stolz."

Einfach war der Weg ins Cockpit eines Tornados nicht. Zunächst musste sich Ulrike Flender als Offiziersanwärterin bewerben und sich einem dreitägigen Test unterziehen. Erst nach der Grund- und Offiziersausbildung begann das eigentliche Pilotentraining in den USA. Auf dem Stundenplan: Tiefflug, Formationsflug, Ausbildung am Flugsimulator und viel Theorie.

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Dabei stehen die angehenden Jetpiloten ständig unter Druck: Wer einen Wertungsflug zweimal nicht besteht, muss seine Ausbildung in der Regel abbrechen. Doch Ulrike Flender hielt durch.

Am bevorstehenden Tornado-Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan wird die junge Frau nicht teilnehmen. "Frau Flender muss nach ihrer Ausbildung als Luftfahrzeugführer noch ihre Typenqualifzierung erwerben", sagt Walter Fröhler vom Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe. Das heißt: Die Tornado-Pilotin erhält eine spezielle Einweisung für das Flugzeug, das sie später einmal im Einsatz fliegen wird. Wo das sein wird, ist noch nicht klar.

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