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1. April: Die Aprilscherze der Behörden

1. April : Die Aprilscherze der Behörden

Düsseldorf (RPO). Nur noch linke Fahrspuren auf Autobahnen oder George Clooney im CentrO in Oberhausen - zum 1. April haben Behörden und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen wieder versucht, Bürger mit vermeintlich spektakulären Nachrichten in den April zu schicken. Mal mehr, mal weniger gelungen.

So kündigte die Kreispolizeibehörde Gütersloh an, ihre Mountainbikestreifen jetzt mit Fahrradanhängern auszurüsten. Die neuen Fahrradanhänger böten ausreichend Stauraum für die polizeiliche Ausrüstung, hieß es. Zudem sei ein zusätzlicher Sitzplatz für den Abtransport von Tatverdächtigen zur Wache verfügbar.

Kaiser Karl der Große habe im Jahr 796 in einer Bochumer Dorfkirche geheiratet, meldete die Polizei Bochum am Dienstag. Entdeckt wurde die Historikern bislang gänzlich unbekannte Tatsache vom aufmerksamen Leiter des polizeilichen Erkennungsdienstes während des Ostergottesdienstes. Das geschulte Auge des Kriminalisten machte ein verschwommenes Bild und diverse Original-Schriftzüge zu dem historischen Ereignis an der Kirchenwand aus. Die Entdeckung des Fahnders sei inzwischen von einem Experten der Ruhr-Universität bestätigt worden, behauptete der Polizeisprecher weiter.

Rechte Autobahnspur weggebaggert

Den notorischen Rechtsfahrmuffeln auf den Autobahnen will der Landesbetrieb Straßen.NRW in einem Pilotprojekt zu Leibe rücken. In einem Abschnitt der A 1 werde die rechte Fahrspur gesperrt und teilweise sogar weggebaggert, teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Dafür soll eine weitere linke Fahrspur eingerichtet werden. Somit werde dem Verhalten der "Linksfahrer" Rechnung getragen und ihr Empfinden gestärkt, sich auf der Überholspur zu befinden. Bei einem erfolgreichen Verlauf des Versuches sollen auf allen stark befahrenen Autobahnteilstücken die rechten Fahrstreifen abgeschafft werden.

Die Tücken des Kreisverkehrs hat die Polizei des Hochsauerlandkreises als Herausforderung begriffen. Sie entwickelte ein Modell, das auch im Kreisverkehr Gegenverkehr ermöglicht. Dazu hätten die Ordnungshüter bereits ein eigenes, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftiges, Verkehrsschild entwickelt, teilte ein Sprecher mit. Der Modellversuch KGV (KreisGegenVerkehr) werde für einen sicheren und schnelleren Verkehrsfluss sorgen, zeigte sich der Sprecher zuversichtlich.

George Clooney in Oberhausen

Auf die Spuren von Parzival und Indiana Jones will sich der Malteser Hilfsdienst begeben. Mit dem neuen Angebot von Erlebnisbusreisen zu den Stätten deutscher Ritterromantik kehren die Malteser nach eigenen Angaben zu ihren Wurzeln zurück. "Unsere Geschichte geht zurück auf ein vom seligen Gerhard gegründetes Hospiz in Jerusalem. Dessen Bruderschaft schlossen sich 1099 die ersten Ritter aus dem Abendland an. Wir sind also die richtigen Experten in allen Fragen des Rittertums", sagte Michael Freiherr von Spies, Leiter des Malteser Service Center Köln.

Karl Prinz zu Löwenstein, Geschäftsführer der Deutschen Malteser GmbH, habe im vergangenen Herbst bereits in Israel Busfahrstunden genommen. Für das kommende Jahr kündigte Spies Abenteuerreisen auf den Spuren des wohl prominentesten Gralssuchers aus dem Kino an: "Indiana Jones wird unsere Gäste nach Venedig, in den Himalaja und das heilige Land entführen."

Das Oberhausener Einkaufszentrum CentrO rechnete am 1. April fest mit dem Besuch eines ebenfalls aus dem Kino bekannten Prominenten. Hollywood-Star George Clooney wolle das Areal als möglichen Drehort für eine 150-Millionen-Dollar-Romanze inspizieren, zitierte die Geschäftsleitung "unbestätigte Gerüchte" aus "gut unterrichteten Kreisen".

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(afp)