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Deutsche Umwelthilfe klagt gegen Vermüllung deutsch-dänischer Grenzregion

Vermüllung durch pfandfreie Getränkedosen : Deutsche Umwelthilfe klagt gegen „dänischen Dosentourismus“

An der Grenze Schleswig-Holsteins zu Dänemark werden in deutschen Shops mehrere Millionen Getränkedosen im Jahr verkauft – pfandfrei. Deswegen werden die Dosen oft achtlos weggeworfen, die Landschaft sei „zugemüllt“.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will den Landkreis Schleswig-Flensburg wegen Vermüllung der deutsch-dänischen Grenzregion verklagen. „Deutsche Grenzshops verkaufen jährlich rund 650 Millionen Getränkedosen an skandinavische Verbraucher, ohne darauf ein Pfand zu erheben“, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin der DUH, Barbara Metz, am Montag in Berlin. Die Folge sei, dass weite Teile der Landschaft im deutsch-dänischen Grenzgebiet mit Dosenschrott zugemüllt werden. Die DUH habe nun Klage beim Verwaltungsgericht Schleswig gegen den Landkreis zum Stopp des pfandfreien Verkaufs von Getränkedosen eingereicht.

Metz kritisierte, dass die schleswig-holsteinische Landesregierung das Problem längst hätte lösen können. Seit dem 1. Januar 2003 gilt in Deutschland ein Pflichtpfand in Höhe von 25 Cent auf Einweggetränkeverpackungen. Durch diesen finanziellen Anreiz werden Dosen und Plastikflaschen im Handel zurückgegeben und nicht achtlos in der Umwelt entsorgt. „Aber der Verkauf möglichst vieler Bierdosen scheint der Landesregierung offenkundig wichtiger zu sein als Umweltschutz“, sagte Metz. Nach Angaben der DUH sammeln dänische Umweltschutzgruppen in der Grenzregion regelmäßig Zehntausende pfandfreier Dosen aus der Umwelt.

Die DUH hatte den Landkreis Schleswig-Flensburg bereits Mitte Januar dazu aufgefordert, eine Pfandpflicht in der Grenzregion einzuführen. Der Kreis habe aber lediglich mitgeteilt, dass er auf eine Antwort des Umweltministeriums warte.

(bora/epd)