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Unesco: Deutsche Buchenwälder zum Weltnaturerbe erklärt

Unesco : Deutsche Buchenwälder zum Weltnaturerbe erklärt

Paris (RPO). Fünf deutsche Buchenwälder sind von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt worden. Das teilte der Pressesprecher des deutschen Unesco Komitees Dieter Offenhäußer auf dapd-Anfrage am Samstag mit.

Ausgezeichnet mit dem Titel wurden weiträumige Waldgebiete im Nationalpark Jasmund auf Rügen und im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern, im Brandenburger Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, im Nationalpark Hainich in Thüringen sowie im hessischen Nationalpark Kellerwald-Edersee. Zusammen umfassen die alten, naturbelassenen Wälder rund 4400 Hektar.

Die über Nordamerika, Europa und Ostasien verbreiteten Buchenwälder gehören zu den sommergrünen Laubwäldern. Insgesamt sind 14 Buchenarten bekannt. Die Rotbuche, wegen der Farbe ihres Holzes so genannt, ist die einzige Art, die Wälder komplett dominieren kann. Einst war die Buche häufigste Baumart in Deutschland, heute kommt sie nur noch in 15 Prozent der Wälder vor.

Nach Einschätzung von Botanikern würden Buchenwälder ohne menschlichen Einfluss weite Teile Europas prägen. Auch Deutschland wäre nahezu komplett mit Buchen bewachsen. Buchen können älter als 400 Jahre werden. Erst im höheren Alter, wenn Baumhöhlen entstehen, werden sie zum Lebensraum für Kleinsäuger, Insekten und Vögel.

Bis zu 10.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten können sich in Buchenwäldern ansiedeln. Die Bäume wachsen sowohl an trockenen als auch feuchten Standorten. Sie besiedeln stark saure, aber auch kalkreiche Böden. Parallel mit der Wiederansiedlung der Buche in Europa nach der letzten Eiszeit wurde hier auch der Mensch sesshaft. Deshalb ist die Buche eng mit der europäischen Kulturgeschichte verbunden, wie die Verankerung zum Beispiel in der Sprache (Buch, Buchstabe) zeigt. Allein in Deutschland lassen sich etwa 1500 Orte auf das Wort Buche zurückführen.

(apd/top)