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Deutsche Bahn: Immer mehr Attacken auf Mitarbeiter

Unternehmen will Problem angehen : Mehr gewalttätige Attacken auf Bahn-Mitarbeiter

Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr mehr strafrechtlich relevante Attacken auf Mitarbeiter registriert. Dabei sei zu berücksichtigen, dass Sicherheitspersonal verstärkt an Brennpunkten eingesetzt werde.

Die Zahl sei von etwa 1000 im Jahr 2012 auf rund 1200 im Jahr 2013 gestiegen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Montag unter Berufung auf den Sicherheitsbericht der Bahn. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Zahlen.

Seinen Angaben zufolge stellte die Bahn allerdings keinen allgemeinen Anstieg der Gewaltbereitschaft fest. Die Zunahme war demnach darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen darauf dringe, jeden Vorfall anzuzeigen. Aber "der Respekt vor Amtspersonen" nehme offenkundig ab. Außerdem sei das Einsatzkonzept für die bahneigenen Sicherheitskräfte verändert worden. Diese würden nun konzentrierter an Brennpunkten eingesetzt.

Laut dem Sprecher entfielen etwa Zweidrittel der Angriffe auf das Sicherheitspersonal, ein Drittel auf normale Zugbegleiter. Typische Situationen seien das Durchsetzen des Hausrechts in Bahnhöfen, die Kontrolle von Schwarzfahrern oder das Einschreiten gegen oftmals alkoholisierte jüngere Fahrgäste bei "Partyverkehren", insbesondere am Freitag und Samstag in S-Bahn-Zügen.

Der Konzern nannte die Attacken auf seine Mitarbeiter unakzeptabel. "Die Kollegen sind kein Freiwild", sagte der für Sicherheitsfragen zuständige Bahn-Vorstand Gerd Becht der "Süddeutschen". Das Unternehmen suche daher den Schulterschluss mit den Gewerkschaften, um das Problem in den Griff zu bekommen. Alle Vorfälle würden analysiert, um interne Schulungen zu verbessern.

(AFP/dpa)