Deutsche Bahn entschuldigt sich für Tweet an Schwangere

Nach verunglücktem Tweet : Schwangere prangert Einstiegshilfe am Gleis an - Bahn entschuldigt sich

Erneut ist die Deutsche Bahn mit einer Aussage via Twitter in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Dieses Mal geht es aber nicht um Greta Thunberg, sondern um die Einstiegshilfe an Bahnhöfen. Die Bahn entschuldigte sich für den Tweet.

Die Deutsche Bahn hat es mal wieder geschafft, mit einem Tweet für Aufmerksamkeit zu sorgen. Gut einen Monat nach der missglückten Reaktion auf das Instagram-Bild von Umweltaktivistin Greta Thunberg, hat der Konzern auf die Beschwerde einer schwangeren Reisenden reagiert: Die Frau hatte am Samstag moniert, dass eine Schaffnerin ihr am Bahnsteig nicht geholfen habe, den Kinderwagen in den Zug zu heben.

Journalistin Carina Zimniok twitterte am Sonntag in Richtung Bahn: „Wie soll das gehen, @DB_Bahn, ein Zug ohne kinderwagengeeignete Einstiege und mit einer (pampigen) Schaffnerin, die lieber Achseln zuckt als einer Schwangeren mit Kleinkind behilflich zu sein?“. In einem Thread stellte sie den Ablauf ihres Bahn-Erlebnisses dar. Sie wollte mit ihrem Kind den RE4028 von München in Richtung Nürnberg betreten und fragte eine Zugbegleiterin um Hilfe. Die Zugbegleiterin soll laut Zimniok einfach geschwiegen und dabei mit den Achseln gezuckt haben.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Wie soll das gehen, <a href="https://twitter.com/DB_Bahn?ref_src=twsrc%5Etfw">@DB_Bahn</a>, ein Zug ohne kinderwagengeeignete Einstiege und mit einer (pampigen) Schaffnerin, die lieber Achseln zuckt als einer Schwangeren mit Kleinkind behilflich zu sein? <a href="https://twitter.com/hashtag/RE4028?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#RE4028</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/M%C3%BCnchen?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#München</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/N%C3%BCrnberg?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Nürnberg</a></p>&mdash; Carina Zimniok (@CarinaZimniok) <a href="https://twitter.com/CarinaZimniok/status/1216013162312622083?ref_src=twsrc%5Etfw">January 11, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Die Bahn reagierte, antwortete Zimniok: „Hallo, die Kollegen sind nicht versichert, wenn sie Ihnen den Kinderwagen in den Zug tragen. Deshalb konnte sie auch nicht helfen. Denn passiert dabei etwas, muss sie es auf ihre eigene Kappe nehmen.“ Es falle nicht in den Aufgabenbereich der Zugbegleiter, hieß es in einem weiteren Tweet weiter.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Hallo, die Kollegen sind nicht versichert, wenn sie Ihnen den Kinderwagen in den Zug tragen. Deshalb konnte sie auch nicht helfen. Denn passiert dabei etwas, muss sie es auf ihre eigene Kappe nehmen. /ni</p>&mdash; Deutsche Bahn Personenverkehr (@DB_Bahn) <a href="https://twitter.com/DB_Bahn/status/1216013941253582850?ref_src=twsrc%5Etfw">January 11, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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In dem sozialen Netzwerk gab es harsche Kritik an den Aussagen der Deutschen Bahn. Ein Nutzer schrieb: „Wo genau fehlt den Kollegen denn der Versicherungsschutz, Ihrer Ansicht nach? Gibt es keine Unfallversicherung für den DB-Mitarbeiter? Keine Haftpflichtversicherung für Schäden am Kinderwagen bzw Kind? Um den Ersatz für 12 Sek Verspätung eher nicht...“

Gegenüber RP Online korrigierte die Pressestelle der Deutschen Bahn den Tweet und entschuldigte sich für die darin getätigte Aussage. „Wenn DB-Mitarbeiter unseren Reisenden helfen, dann sind sie auch versichert. Die Kundenbetreuer von DB Regio sind dahingehend geschult und angehalten, unseren Reisenden – sei es mit Rollstuhl oder Kinderwagen – beim Ein- und Ausstieg aktiv behilflich zu sein“, sagte eine Sprecherin unserer Redaktion. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die die Kundin hatte. Unsere Antwort auf den Tweet der Kundin tut uns leid.“

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Das habe ich auch nicht geschrieben. Ich habe nur geschrieben, dass diese nicht für das Tragen von Koffern und Kinderwagen, ect. versichert sind, da dies nicht in deren Aufgabenbereich fällt. /ni</p>&mdash; Deutsche Bahn Personenverkehr (@DB_Bahn) <a href="https://twitter.com/DB_Bahn/status/1216461473679056901?ref_src=twsrc%5Etfw">January 12, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Per Twitter wurde Zimniok von anderen Usern zudem auf den Mobilitätsservice hingewiesen, den Reisende im Rollstuhl oder mit Kinderwagen in Anspruch nehmen können. Das Problem hierbei: Der Service muss vorher angemeldet werden. Zimniok aber hatte laut eigener Angaben spontan entschieden, diesen Zug zu nehmen.

Sie schrieb: „Den Mobilitätsservice kannte ich nicht, ich werde das bei der nächsten weiter im Voraus geplanten Reise mal testen. In dem Fall habe ich mich recht kurzfristig für den Zug entschieden, dafür muss es ja auch eine Lösung geben.“

Die Bahn will sich mit dem Vorfall noch beschäftigen und die „Details zu dem Vorfall aufarbeiten“, teilte die Sprecherin mit. Darüber hinaus werde sich DB Regio den direkten Kontakt zu der Kundin suchen und sich entschuldigen, hieß es. Im Netz hat die Bahn einen Info-Ratgeber, wie das Reisen mit Kindern, Buggy und Kinderwagen am besten funktioniert. Dort gibt es auch einen Leitfaden für das richtige Einsteigen. Auf dem Bild ist ein Schaffner zu sehen, der einer Frau mit Kinderwagen beim Einstieg hilft.

Letztendlich hat Zimniok noch eine „helfende Hand gefunden“, wie sie es bei Twitter schrieb. Aber stellte dann die nächste Frage auf: „Und der nette Passant, der mir dann geholfen hat, hat Pech gehabt, wenn etwas passiert? Oder soll ich künftig lieber daheim bleiben?“