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"Die spinnen, die Briten": Der süßeste "hässlichste" Vogel der Welt

"Die spinnen, die Briten" : Der süßeste "hässlichste" Vogel der Welt

Zugegeben, als Papageien-Küken "Nelson" aus dem Ei geschlüpft ist, sah er nicht gerade wie eine werdende Schönheit aus. Aber dass die Briten ihn deshalb gleich zum hässlichsten Vogel der Welt gekürt haben, ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Das graue Federknäuel wird von Tag zu Tag süßer.

Es war eine Blitzkarriere, wie sie ihresgleichen sucht: Kaum war Nelson aus dem Ei geschlüpft, stattete RTL dem Bergzoo Halle einen Besuch ab und filmte das kleine Papageien-Küken bei der Fütterung. Nelson war von der Mama verstoßen worden und kam in die Handaufzucht zu Pflegerin Petra Strecker. Dann startete der Mini-Papagei durch — allerdings auf unrühmliche Art und Weise.

Über Nacht entdeckten die britischen Medien Nelson für sich, ein Foto des Kükens schaffte es in diverse Zeitungen Großbritanniens. Das gemeine: Die Engländer kürten den Piepmatz zum hässlichsten Vogel der Welt. Völlig zu unrecht, wie wir finden. Denn das ein Vogelbaby am Anfang etwas gerupft aussieht, ist ja schließlich nichts ungewöhnliches.

Mittlerweile hat Nelson sich prächtig entwickelt und ist zu einem süßen grauen Federknäuel heran gewachsen. Der Schnabel ist zwar noch ein bisschen groß, aber aus dem Küken soll ja schließlich auch einmal ein prächtiger Papagei werden. Da kann man nur den Kopf schütteln und es mit Asterix und Obelix halten: "die spinnen, die Briten".

Offenbar haben sie noch nie etwas von Hans Christian Andersen gehört. Der hat schon 1843 mit seinem Märchen vom hässlichen Entlein eine Geschichte über oberflächliche, vorschnelle Urteile geschrieben. Nelson kann jetzt jedenfalls in Ruhe seinen ganzen Charme entfalten und zeigen, was Anderson schon vor knapp 170 Jahren verstanden hat.

(felt/sap)