Deniz Yücel: Türkisches Verfassungsgericht erklärt Haft für rechtswidrig

Reporter hat einen neuen Job : Türkisches Verfassungsgericht erklärt Haft von Deniz Yücel für rechtswidrig

Das Verfassungsgericht in Ankara hat die Untersuchungshaft des ein Jahr in der Türkei inhaftierten „Welt“-Reporters Deniz Yücel für rechtswidrig erklärt.

Das Recht auf persönliche Freiheit und Sicherheit sei verletzt worden, urteilten die Richter, wie aus der am Freitag im Amtsblatt veröffentlichten Entscheidung hervorging.

Zudem erhalte Yücel einen Schadenersatz von 25.000 Türkischen Lira (rund 3800 Euro). Eine getrennte Schadenersatzklage laufe aber noch, sagte Yücels Anwalt, Veysel Ok, der Deutschen Presse-Agentur. Dazu stehe die Entscheidung noch aus.

Yücel saß ein Jahr ohne Anklageschrift in der Türkei im Gefängnis, zeitweise in Einzelhaft. Erst im Februar 2018 kam Yücel nach politischem Tauziehen zwischen Berlin und Ankara frei und durfte ausreisen. Gleichzeitig wurde Anklage wegen Terrorpropaganda und Volksverhetzung erhoben. Der Prozess gegen den Journalisten wird am 16. Juli in Istanbul fortgesetzt.

Unterdessen gab „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt bekannt, dass Yücel ab Juli über die anstehenden Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen berichten wird. In dem Tweet setzte er den Hashtag „#bestcomebackwogibt“. Der Axel-Springer-Verlag bestätigte dies auf Anfrage. Yücel soll von Dresden aus arbeiten. In Brandenburg und Sachsen werden am 1. September neue Parlamente gewählt. In Thüringen findet die Landtagswahl am 27. Oktober statt.

(mja/dpa)
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