„Nie wieder ist jetzt“ In diesen Städten finden Demos gegen AfD und Rechtsextremismus statt

Düsseldorf/Berlin/München · Nach dem Geheimtreffen in Potsdam, bei dem AfD‘ler mit Rechtsradikalen die sogenannte „Remigration“ von zugezogenen Menschen in Deutschland planten, formiert sich in zahlreichen deutschen Städten Widerstand. Wo bundesweit Demos stattgefunden haben – und geplant sind.

Afd: Demonstrationen gegen Rechts in ganz Deutschland
18 Bilder

Demonstrationen gegen Rechts in ganz Deutschland

18 Bilder
Foto: AFP/CHRISTIAN MANG

Nach den Enthüllungen des Medienhauses Correctiv, die das geheime Treffen der AfD‘ler mit Rechtsradikalen und Unternehmern in Potsdam und ihre Pläne zur sogenannten „Remigration“ Tausender enthüllten, formiert sich Widerstand in der deutschen Bevölkerung gegen Rechts und gegen die AfD. Dass deren Pläne nicht mehr nur Fantasien einer Partei sind, die durch das Bundesamt für Verfassungsschutz in Sachsen, Sachsen-Anhalt und in Teilorganisationen in Thüringen als gesichert rechtsextremistisch gilt, zeigen Umfragen: Die AfD lag zuletzt bundesweit bei über 20 Prozent, in Sachsen und Thüringen sogar bei über 30 Prozent. In Sachsen, Thüringen und Brandenburg wird in diesem Jahr ein neuer Landtag gewählt.

In Nordrhein-Westfalen wurde bereits auf zahlreichen Demonstrationen gegen Rechts und/oder gegen die AfD protestiert.
Weitere Demonstrationen sind geplant. Details zu den Demos in NRW lesen Sie hier.

Die Proteste der vergangenen Wochen in der Übersicht

+++11. Februar 2023 – München+++

Bis zu 100.000 Menschen haben am Sonntagabend laut Polizeiangaben beim Münchner „Lichtermeer“ für Demokratie und gegen Rechtsextremismus demonstriert. Die Veranstalter sprachen von 300.000 Menschen. Die Demonstrierenden kamen mit Taschenlampen, Handyleuchten, Laternen und auch Lichterketten zur Theresienwiese, um dort ein Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus, Hass und Hetze zu setzen. Die Veranstaltung sei friedlich verlaufen, teilte die Polizei mit.

Mehr als 90 Organisationen hatten zu der Großdemonstration aufgerufen, unter ihnen auch die Kirchen. „Jetzt ist die Zeit, für den Schutz von Toleranz und Menschenwürde ein helles Zeichen zu setzen“, hatte der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp vor der Veranstaltung gesagt und die Menschen zur Teilnahme aufgerufen.

+++03. Februar 2024 – Berlin+++

In Berlin war am 3. Februar eine Demonstration eines großen Bündnisses „Wir sind die Brandmauer“ für die Demokratie und gegen rechte Hetze statt. Die Demonstranten wollen eine Menschenkette um den Reichstag bilden. Angemeldet bei der Polizei sind 100.000 Teilnehmer. Schätzungsweise nahmen 150.000 Menschen daran teil.

+++27. Januar 2024 – Düsseldorf+++

AfD-Landrat: Das sind bekanntesten AfD-Politiker seit 2013
12 Bilder

Die bekanntesten Politiker der AfD seit 2013

12 Bilder
Foto: dpa/Kay Nietfeld

+++26. Januar 2024 – Gütersloh, Herne, Saarbrücken+++

In Nordrhein-Westfalen haben auch am Freitag wieder mehrere Tausend Menschen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus demonstriert. In Gütersloh nahmen nach Angaben der Polizei am Abend rund 3000 Menschen an der Kundgebung „Wir sind mehr“ teil. Angemeldet waren 500 Teilnehmer.

In Herne im Ruhrgebiet gingen laut Polizei ebenfalls rund 3000 Menschen auf die Straße. Beide Veranstaltungen verliefen friedlich. Angemeldet waren Demonstrationen unter anderem auch in Unna, Beckum, Dorsten, Olpe, Herford und Espelkamp.

In Saarbrücken beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 7000 Menschen an einem Protest gegen rechts und gegen eine Veranstaltung der AfD. Eine Demonstration gab es etwa auch auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog, wo sich nach Angaben der Veranstalter rund 200 Menschen vor dem Rathaus versammelten - auf der Insel leben rund 750 Menschen.

+++25. Januar 2024 – Mönchengladbach, Siegen, Hagen+++

Der Sonnenhausplatz war am Donnerstagabend zum Bersten voll. Laut Polizei waren rund 5000 Menschen dem Aufruf des Bündnisses „Mönchengladbach stellt sich quer“ gefolgt, um gegen Faschismus und für Demokratie zu demonstrieren.

In Siegen zählte die Polizei zum Start einer Kundgebung 5000 Menschen, die sich unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt!“ gegen einen parallel stattfindenden Neujahrsempfang des AfD-Kreisverbands richtete. In Hagen folgten nach Polizeiangaben am Abend rund 5000 Menschen dem Aufruf der Initiative „Bündnis offen bunt“ aus Gewerkschaften, Parteien und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen. Die Veranstaltung sei erwartungsgemäß friedlich verlaufen, teilte die Polizei nach Abschluss mit.

+++24. Januar 2024 – Witten, Oberhausen+++

Am Mittwoch fand eine Demo in Oberhausen statt. Laut Berichten der Polizei kamen rund 5000 Menschen. NRW-Ministerpräsident war auf einer Demonstration gegen die AfD in Oberhausen. Das Motto lautete „Oberhausen steht auf! Gegen die AfD - Nie wieder ist jetzt!“.

In Witten haben am Mittwoch laut Polizei rund 3500 Menschen

gegen eine Veranstaltung der AfD demonstriert.

+++23. Januar 2024 – Rottenburg, Darmstadt, Heilbronn, Eitorf und Schwerin

Auch in Eitorf demonstrierten am Abend Tausende gegen Rechtsextremismus. Zugleich fand in einem Bürgerzentrum in der Stadt im Rhein-Sieg-Kreis eine Veranstaltung der AfD statt.

+++ 22. Januar 2024 – Paderborn, Hamm, Weimar, Greifswald +++

In mehreren deutschen Städten sind auch am Montagabend Tausende Menschen gegen Rechtsextremismus und die AfD auf die Straße gegangen. Im ostwestfälischen Paderborn demonstrierten nach Angaben der Polizei rund 5000 Menschen unter dem Motto „AfD auf Eis legen“ gegen eine AfD-Veranstaltung, die am Abend in der Innenstadt stattfand. Aufgerufen hatten das „Bündnis gegen Rechts“ und das „Bündnis für Demokratie und Toleranz“. Einige Straßen in der Innenstadt mussten gesperrt werden.

In Hamm gingen am Montagabend der Polizei zufolge 5500 Menschen unter dem Motto „Bunt statt braun, zusammen gegen Rassismus“ auf die Straße. Zu der Demonstration in der Innenstadt hatten die Alevitischen Gemeinden in Hamm aufgerufen. Ein Sprecher der Polizei sprach von der mit Abstand größten Demonstration, die es in den vergangenen Jahren in der Stadt gegeben habe. In Soest versammelten sich mehr als 3000 Personen.

Im thüringischen Weimar nahm Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) an einer Kundgebung teil. Nach Angaben der Polizei verlief sie friedlich. Die Veranstalter hatten 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angekündigt. Es habe in Thüringen am Abend mehrere Versammlungen gegen rechts geben, so die Polizei.

Auch in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern gingen Menschen unter dem Motto „Laut gegen Rechts! Nie wieder Faschismus!“ auf die Straße. Ein Bündnis aus Parteien und Zivilgesellschaft hatte dazu aufgerufen, Flagge zu zeigen. Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) hatte den Aufruf vorab unterstützt und Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, Haltung für Menschlichkeit, Demokratie und Vielfalt zu zeigen. „Wir müssen unsere freie, demokratische und vielfältige Gesellschaft verteidigen, das gilt auch für unsere Stadt Greifswald.“

+++ 21. Januar 2024 – Köln, Bonn, Kleve +++

Zur wohl größten Kundgebung gegen die AfD und Rechtsextremismus kamen am Sonntag in Köln einige zehntausend Bürger zusammen. Mehr als 70 Organisationen hatten eingeladen, wegen drohender Überfüllung war die Veranstaltung vom Alter Markt ans Rheinufer in Köln-Deutz verlagert worden.

Auch in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn gab es Proteste gegen Rechts. Dort fanden einen Aufzug und eine Kundgebung auf dem Marktplatz statt. An dem Aufzug beteiligten sich laut Polizei rund 3.800 Menschen, an der Kundgebung, die bis zum Abend dauern sollte, wurden bis zu 9.000 Personen erwartet.

In Kleve hat am Sonntag die größte der Demo der jüngeren Geschichte stattgefunden. Die Bürger setzten ein Zeichen für die Demokratie. Selbst die Polizei tat sich schwer, die Teilnehmerzahl zu schätzen.

+++ 21. Januar 2024 – München, Berlin, Halle, Kassel, Frankfurt, Erfurt +++

In München musste der Protest am Sonntag wegen zu großen Andrangs - die Polizei sprach von rund 100 000 Teilnehmern - abgebrochen werden. In Berlin kamen nach Schätzungen der Polizei ebenfalls bis zu 100 000 Demonstrierende zusammen.

Auch in Städten wie Frankfurt, Hannover, Köln, Bremen und Leipzig gingen Zehntausende auf die Straßen. Und: Auch in vielen kleineren Städten protestierten Tausende, etwa in Erfurt machten sich nach Angaben der Polizei 6000 Menschen gegen rechts stark, in Kassel 12 000, in Halle waren es 16 000.

+++ 20. Januar 2024 – Frankfurt, Hannover und Sylt +++

Mehr als 200.000 Menschen sind am Samstag nach Angaben von Veranstaltern und der Polizei in zahlreichen deutschen Städten für die Verteidigung der Demokratie und gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. Allein in Frankfurt am Main beteiligten sich demnach mehr als 35.000 Menschen, ähnlich hohe Zahlen wurden aus Hannover und Dortmund gemeldet. Spitzenpolitiker unterschiedlicher Parteien stellten sich hinter die Kundgebungen. Für Sonntag sind weitere Protestaktionen geplant.

Die Demonstration in Frankfurt stand unter dem Motto „Demokratie verteidigen - Frankfurt gegen AfD und Rechtsruck“. Aufgerufen hatte das „Koala-Kollektiv“, ein breites Bündnis aus Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und weiteren Nichtregierungsorganisationen. Aufgrund des großen Andrangs erweiterte die Polizei die zugelassene Versammlungsfläche und bat zeitweise darum, nicht mehr zum überfüllten Römerberg zu gehen. Im Anschluss an die eigentliche Kundgebung formierte sich ein Demonstrationszug durch die Innenstadt.

Von mehr als 30.000 Teilnehmenden war am Nachmittag auch in Hannover die Rede. Dort sprachen unter anderem der frühere Bundespräsidenten Christian Wulff und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). In Dortmund verlief eine Demonstration mit 30.000 Teilnehmenden laut Polizei „weitgehend störungsfrei“.

20.000 Menschen beteiligten sich nach Veranstalterangaben in Braunschweig an einer Demonstration unter dem Motto „Alle zusammen gegen Faschismus“. Mit bis zu 25.000 wurde die Zahl der Teilnehmenden auf dem Marktplatz in Karlsruhe angegeben. „Nazis raus“, hieß es auch auf einer Kundgebung in Kassel, an der nach Angaben der Veranstalter 15.000 Menschen teilnahmen.

In Recklinghausen beteiligten sich nach Polizeiangaben 12.000 Menschen an einer Demonstration gegen Rechts. In Wuppertal bewegte sich laut Polizei ein Zug von bis zu 10.000 Menschen durch die Innenstadt Richtung Bahnhof. Die Kundgebung trug den Titel „Gemeinsam und solidarisch! Gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze!“

In Nürnberg beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 15.000 Menschen an einer Versammlung gegen Rechtsextremismus rund um den Willy-Brand-Platz. In Halle an der Saale gingen nach Polizeiangaben rund 16.000 Menschen auf die Straße.

In Erfurt war der Domplatz am Nachmittag überfüllt. „Klare Kante gegen Nazis“ und „Wir haben keinen Bock auf Höcke“, den AfD-Landeschef, hieß es auf Plakaten. Die Zahl der Teilnehmenden wurde mit 9000 angegeben.

Auf Sylt haben am Samstag nach Angaben der Polizei rund 600 Menschen gegen rechts demonstriert. Der Veranstalter, die Initiative Sylt gegen Rechts, sprach von 1000 Teilnehmern. Auf einer Kundgebung vor dem Rathaus in Westerland sprachen der stellvertretende Bürgervorsteher Peter Marnitz (SPD), die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Sylt, Andrea Dunker, Lokalpolitiker sowie Sylter und Hamburger Journalisten.

Auf Plakaten der Teilnehmer stand unter anderem: „Bunt ist viel schöner als braun“, „Remigriert euch ins Knie“ und „Nazis töten“. Bei teilweise sonnigem und windigem Wetter mit Temperaturen um fünf Grad zogen die Demonstranten nach der Kundgebung durch die Straßen von Westerland.

+++ 20. Januar 2024 – Dortmund +++

In Dortmund sind am Samstag nach Schätzung der Polizei mehr als 10.000 Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. Es gebe immer noch Zulauf, eine höhere Teilnehmendenanzahl sei also möglich, schrieb die Polizei Dortmund am Samstagnachmittag auf der Internetplattform X, vormals Twitter. Die Demonstration unter dem Motto „Das neue Braun ist blau! Für unsere Demokratie und gegen Menschenverachtung in unserer Stadt“ war hinter dem Hauptbahnhof gestartet. Die Abschlusskundgebung sollte auf dem Platz der deutschen Einheit stattfinden. Aufgerufen dazu hatte unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund. In Dortmund-Dorstfeld war zudem eine Versammlung mit dem Thema „Neues Jahr, alte Probleme - AfD entgegentreten“ angemeldet. Die Polizei bereite sich aber auf deutlich mehr Teilnehmende vor.

+++ 19. Januar 2024 – Lüdenscheid, Bochum, Münster, Bielefeld, Wuppertal, Nettetal, Minden, Detmold und Jülich+++

In Nordrhein-Westfalen haben am Freitag mehrere tausend Menschen gegen die AfD und Rechtsextremismus auf Kundegebungen in mehreren Städten demonstriert. Die größten Veranstaltungen fanden in Münster und Bochum statt, in Münster kamen 10.000 Teilnehmer zur Kundgebung, in Bochum 13.000.

+++ 19. Januar 2024 – Hamburg+++

Der Verein Unternehmer ohne Grenzen hat die Kundgebung „Hamburg steht auf - Gemeinsam gegen Rechtsextremismus und neonazistische Netzwerke“ für Freitag, 19. Januar, angemeldet. Die Demonstration musste aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden, da der Andrang zu groß war.

+++ 19. Januar 2024 – Nettetal +++

Mehrere Hundert Menschen haben am Freitagnachmittag in Nettetal gegen Extremismus demonstriert. Zu der Demonstration hatten die Nettetaler Ratsfraktionen von CDU, SPD, Grünen, FDP und Win gemeinsam aufgerufen. Auf einem großen Transparent, das an der Spitze des Demonstrationszuges mitgeführt wurde, stand: „Haltung zeigen für Demokratie gegen Hass und Extremismus.“

+++ 18. Januar 2024 – Mainz+++

5000 Menschen sind am Donnerstagabend in Mainz zu einer Demonstration gegen Rechts gekommen.

+++ 17. Januar 2024 – Berlin und Freiburg +++

Mehrere Tausend Menschen haben in Berlin und Freiburg gegen Rechtsextremismus demonstriert. Bundeskanzler Olaf Scholz begrüßte, dass es in immer mehr deutschen Städten Demonstrationen gegen „Rassismus und Hetze“ gibt.

+++ 16. Januar 2024 – Köln und Schwerin+++

Am Dienstagabend hat es in Köln eine Demo gegen Hass und Hetze der AfD gegeben. Beteiligt haben sich so viele Menschen, dass viele noch am Heumarkt standen, als die Demo-Spitze die Deutzer Werft erreichte. Auch in Schwerin haben am Dienstagabend viele Menschen gegen das Erstarken der AfD und gegen Rechtsextremismus demonstriert. Nach Polizeiangaben folgten etwa 1600 Schwerinerinnen und Schweriner dem Aufruf „Laut gegen Rechts“.

+++ 15. Januar 2024 – Essen, Rostock, Leipzig+++

Um sich Hass und Hetze der AfD entgegenzustellen, sind am Montagabend in Essen rund 7000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Veranstalter hatten nur mit 500 gerechnet. Auch in Rostock und Leipzig beteiligten sich Tausende an den Protestaktionen.

+++ 14. Januar 2024 – Berlin und Potsdam+++

+++ 13. Januar 2024 – Duisburg+++

Gegen einen Neujahrsempfang der AfD sind am Samstag in Duisburg laut Polizei rund 2400 Menschen auf die Straße gegangen. Ein Großaufgebot der Polizei riegelte die Halle ab. Die AfD ließ nur wenige Medien in die Halle.

(mit dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort