Einigung bei "MS Deutschland": Das Traumschiff bleibt deutsch

Einigung bei "MS Deutschland" : Das Traumschiff bleibt deutsch

Das als "Traumschiff" bekannte Passagierschiff "MS Deutschland" fährt weiter unter deutscher Flagge. Die Reederei hat sich am Montag nach den emotionalen Auseinandersetzungen der vergangenen Tage entschlossen, von dem geplanten Flaggenwechsel abzusehen, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Das Schiff "MS Deutschland" bleibt nun doch deutsch. Das ZDF-"Traumschiff" werde weiter unter deutscher Flagge fahren, sagte eine Reedereisprecherin der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Vor allem der Kapitän des Schiffes, Andreas Jungblut, hatte sich vehement gegen den geplanten Flaggenwechsel ausgesprochen und eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Reederei riskiert.

Laut der Reederei ist der Verzicht auf eine Ausflaggung nun verbunden mit der "Hoffnung, dass all jene, die sich in den vergangenen Tagen so nachdrücklich für die Deutsche Flagge eingesetzt haben, uns auch bei der Bewältigung der Konsequenzen dieser für uns unternehmerisch nicht einfachen Entscheidung unterstützen". Insbesondere setze das Unternehmen darauf, die in Aussicht gestellte deutliche Erhöhung der Flaggenförderung in Richtung des alten, bis 2009 bestehenden Niveaus, erfolge.

Die Reederei Deilmann mit Sitz in Neustadt in Schleswig-Holstein hatte geplant, aus Kostengründen das Schiff unter der Flagge Maltas fahren zu lassen. Die Reederei gehört seit einer Insolvenz im Jahr 2010 dem Finanzinvestor Aurelius. Das Schiff ist durch die ZDF-Sendung "Das Traumschiff" einem großen Publikum bekannt.

Der Beflaggungsstreit um das "Traumschiff" war in den vergangenen Tagen eskaliert. Kapitän Jungblut, der im Urlaub auf das Schiff gegangen war, wurde am vergangenen Mittwoch von Bord gewiesen. Der Zeitpunkt des Streits war brisant: Die "Deutschland" liegt derzeit in London als Hotelschiff für Olympia-Besucher und Prominente. Das Schiff ist das letzte große Kreuzfahrtschiff unter deutscher Flagge.

Kapitän Jungblut ist 27 Jahre bei der Reedrei beschäftigt. Seit 13 Jahren ist er Herr über das Traumschiff. Verzweifelt kämpft er nun um die deutsche Tradition. Während seines Urlaubs war Jungblut nach London gereist, um seiner besorgten Mannschaft beizustehen, berichtete die "Bild-Zeitung" am Freitag.

Gemeinsam schrieben er und die Besatzung einen Brief an Bundespräsident Joachim Gauck. Darin versicherten sie, dass das Schiff sehr wohl wirtschaftlich unter deutscher Flagge fahren könne. Dieser Streit schein nun beigelegt zu sein.

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(dpa)
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