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Coronavirus: Roncalli-Gründer prangert fehlende Unterstützung an

Ärger über Absage von Auftritten : Roncalli-Gründer schreibt offenen Brief an Laschet

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind vielfältig. Große Veranstaltungen werden abgesagt, so auch die Auftritte des „Circus-Theater Roncalli“. Dessen Gründer hat jetzt in einem offenen Brief kritisiert, die Politik würde die Kulturszene allein lassen.

Circus Roncalli-Gründer Professor Bernhard Paul hat am Mittwoch einen Brief veröffentlicht, in dem er Ministerpräsident Armin Laschet kritisiert. Darin bemerkt Paul, dass sein Team „mitten in der Generalprobe“ erfahren musste, dass sowohl die Premiere als auch das Gastspiel des Zirkus vom Kreis Recklinghausen untersagt wurden. Das „Circus-Theater“ habe über zwei Jahre lang sein neues Programm vorbereitet, Kostüme und Requisiten hergestellt und Musik komponiert. Die bisher aufgewandte Summe beziffert Paul mit 500.000 Euro.

In dem offenen Brief an Laschet äußerte Paul vollstes Verständnis für die Situation, erwarte aber „dass man uns in dieser kritischen Lage nicht alleine lässt“. Er führt an, dass es „irgendwie bezeichnend sei, dass alle Welt nur über Fußball redet“, aber niemand an den enormen Schaden denke, der der deutschen Kulturszene momentan entstehe. Als nicht-staatliches Kulturunternehmen erhalte er keine Subventionen. Das würde „von der Politik nicht bedacht“.

Zum Schluss wendet sich Paul mit einem eindringlichen Appell an Laschet: „Wir bringen Freude, Entspannung und Kultur für die ganze Familie in die Städte. Wir zahlen seit zig Jahren pünktlich unsere Steuern in Deutschland und waren immer korrekt. Es wäre eine Schande, wenn wir jetzt unverschuldet vor die Hunde gehen.“

Die NRW-Landesregierung hatte am Dienstag beschlossen, dass alle Veranstaltungen mit über 1000 Zuschauern wegen der Corona-Krise abgesagt werden müssen.

(ala)