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Coronavirus: Erster Fall in Deutschland bestätigt - Starnberg in Bayern

Neue Lungenerkrankung : Erster Coronavirus-Fall in Deutschland bestätigt

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. In der Nacht ist in Deutschland die erste Infektion bestätigt worden. In China hat sich die Zahl der Todesfälle deutlich erhöht.

Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern habe sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am späten Montagabend mit.

Der Patient befindet sich nach Angaben der „Task Force Infektiologie“ des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) klinisch in einem guten Zustand, wie es in der Mitteilung hieß. „Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert.“ Menschen, die engen Kontakt mit dem Patienten hatten, würden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert.

In Europa waren zuvor drei Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen worden. Alle drei betrafen Patienten in Frankreich, die zuvor in China gewesen waren.

In China die Zahl der Todesfälle am Montag zunächst auf 80 gestiegen, inzwischen gab es 106 Tote. Innerhalb eines Tages kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuen Coronavirus in der Volksrepublik um mehr als 700 auf 2744, berichtete das Staatsfernsehen unter Berufung auf die chinesischen Behörden.

Weltweit wurden außerhalb Chinas fast 2800 Fälle von Patienten bestätigt, die sich mit dem Virus infiziert hatten. Die USA raten inzwischen von unnötigen Reisen nach ganz China ab. Das US-Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention weitete am Montag seinen Reisehinweis auf das ganze Land aus. Zuvor war nur von Reisen in die Stadt Wuhan oder die Provinz Hubei abgeraten worden. Wuhan gilt als Ausgangspunkt des Virus.

In NRW hatte es am Vortag einen Verdacht auf eine Erkrankung gegeben, die sich jedoch nicht bestätigte. Der Flughafen Düsseldorf wappnet sich wie fünf andere Airports in Deutschland für den Ernstfall. Auf Kontrollen der dreimal pro Woche direkt aus Peking anreisenden Menschen wird in Düsseldorf allerdings verzichtet. Es hängen Plakate aus, die auf Deutsch, Englisch und Chinesisch auf Symptome der Krankheit wie Fieber, Husten und Atemnot aufmerksam machen.

Das neue Virus stammt ursprünglich vermutlich von einem Markt in Wuhan, wo es vermutlich von Wildtieren auf den Menschen übersprang. China hat im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung drastische Maßnahmen ergriffen: In der Provinz Hubei wurden mehr als 45 Millionen Menschen weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Fern- und Nahverkehr wurden gestoppt.

Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung gibt es derzeit nicht. Die Symptome können aber mit Medikamenten abgemildert werden.

Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die neuartige Lungenkrankheit offenbar in den meisten Fällen mild, möglicherweise sogar ohne Symptome. Bei den in China registrierten Todesfällen handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen vor allem um ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen. (Lesen Sie hier, was Sie jetzt über das Coronavirus wissen müssen.)

Der neue Erreger ist dem Virus hinter der Sars-Epidemie 2002/2003 ähnlich. Damals hatte es nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwischen November 2002 und Juli 2003 lediglich neun Nachweise in Deutschland gegeben. Todesfälle gab es hier nicht.

(juju/dpa/AP)