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Coronavirus: Aldi Nord verkauft Desinfektionsmittel - aber nur 3 pro Einkauf

Mangel wegen Coronavirus : Aldi Nord verkauft Desinfektionsmittel - aber nur drei Stück pro Einkauf

Vielerorts in Deutschland ist wegen des Coronavirus die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln exorbitant gestiegen. Am Montag bringt Aldi Nord Reinigungsmittel auf den Markt - mit Bedingungen.

Die Nachfrage für Desinfektionsmittel ist angesichts des grassierenden Coronavirus unglaublich hoch. In vielen Drogeriemärkten sind Handseifen und Desinfektionsmittel seit Tagen ausverkauft. Nur spärlich werden die Regal wieder gefüllt. Nun verkauft Aldi Nord ab kommendem Montag auch Desinfektionsmittel, wie die „WAZ“ online berichtet, allerdings nur mit strikten Auflagen. Wegen der erheblichen Nachfrage dürfen Kunden nur drei Desinfektionsmittel bei einem Einkauf erwerben, sagte ein Sprecher des Unternehmens der „WAZ“.

Das Angebot gelte nur in den Filialen und nicht online. Man wolle „dafür sorgen, dass die Artikel möglichst vielen Kunden für den Eigenbedarf zur Verfügung stehen“, sagte der Sprecher weiter und schloss eine „kurzfristige Preiserhöhung wegen der zu erwartenden hohen Nachfrage“ aus. Unklar ist, ob Mehrfachkäufe vom Unternehmen erlaubt werden. Bei Aldi Süd gibt es diese Portionierung anscheinend nicht.

Um die Nachfrage nach Desinfektionsmittel sicherzustellen, dürfen Apotheker seit Mittwoch unter erleichterten Bedingungen nun die Lösungen produzieren. Dafür sei eine Ausnahmeregelung mit dem Bundesumweltministerium beschlossen worden, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch. Diese ermögliche es Apotheken, Mittel zur Händedesinfektion für den privaten Gebrauch mit Industriealkohol herzustellen. Denn das Virus sei „alkoholsensibel“, erläuterte Spahn.

Privatpersonen wird davon abgeraten, eigenständig Desinfektionsmittel herzustellen, und so den leeren Drogeriemarkt-Filialen ein Schnippchen zu schlagen. „Wir warnen grundsätzlich davor, Desinfektionsmittel selbst zu mixen – aus Haftungsgründen, aber auch aus medizinischen Gründen. Es könnten Produkte in den Umlauf kommen, die möglicherweise Menschen schädigen.“ Desinfektionsmittel unterlägen dem Arzneimittelgesetz. „Man kann also sogar gegen das Recht verstoßen, was mit hohen Strafen geahndet werden kann“, sagt Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekenverbands Nordrhein unserer Redaktion.

(mja)