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"Cold Cases"-Affäre: Leiter des Hamburger Landeskriminalamtes seines Amtes enthoben

Affäre um Polizeieinheit : Leiter des Hamburger Landeskriminalamtes seines Amtes enthoben

In der Affäre um die Polizeieinheit „Cold Cases“ gibt es nun offenbar personelle Konsequenzen: Der Hamburger Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hat den Leiter des Landeskriminalamtes, Frank-Martin Heise, seines Amtes enthoben.

Das bestätigte Polizeipressesprecher Timo Zill am Montag der dpa. Zuvor hatten mehrere Hamburger Medien berichtet. Hintergrund sollen Führungsprobleme und die Affäre um die Polizeieinheit „Cold Cases“ sein. Das Landgericht Hamburg hatte dieser Einheit vergangenes Jahr schwere Fehler bei Ermittlungen zu einem versuchten Mord vor 38 Jahren vorgeworfen und den Angeklagten im Oktober 2018 freigesprochen.

Nach diesem Freispruch hatte die Polizei die Vorwürfe prüfen lassen. Bei dem Fall ging es um die versuchte Ermordung und Vergewaltigung einer 16-Jährigen am 1. November 1980. Die Sonderkommission hatte Anfang Februar 2018 einen 54-Jährigen festgenommen, der dann im Oktober 2018 freigesprochen wurde.

In der mündlichen Urteilsbegründung kritisierte das Landgericht, Zeugen seien getäuscht worden, die Sonderkommission habe den Hauptbelastungszeugen mit einer Belohnung zur Aussage bewegt, das Opfer habe den Angeklagten nur aufgrund einer suggestiv zusammengestellten Fotoserie mit Bildern mehrerer Männer identifiziert.

(lukra/dpa)