Orkantief sorgt für Chaos: "Christian" fordert sechs Tote in Deutschland

Orkantief sorgt für Chaos: "Christian" fordert sechs Tote in Deutschland

Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 162 Kilometern pro Stunde ist Orkantief "Christian" über Deutschland gefegt. Dieser Spitzenwert wurde am Montagnachmittag auf dem Brocken im Harz gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Mittlerweile hat der Sturm schon sechs Opfer gefordert.

Die Zahl der Sturmtoten hat sich in Deutschland seit Sonntag auf mindestens fünf erhöht. Auf einer Landstraße bei Schortens in Niedersachsen sei am Montag ein Baum auf das Auto einer Frau gestürzt, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Fahrerin, die in Richtung Jever unterwegs war, sei an der Unfallstelle gestorben.

Zuvor hatte der Sturm zwei Menschenleben in Gelsenkirchen gefordert. Ein Baum erschlug nach Polizeiangaben von Montag einen Autofahrer und elfjähriges Mädchen in einem Auto. Ein anderes Kind sei schwer verletzt, ein weiteres leicht verletzt worden. Am Montagnachmittag ist zudem ein Mann in Flensburg von einem Baum erschlagen worden, teilte das "Flensburger Tageblatt" mit. Bereits am Sonntag starb in einem See in der Nähe von Köln ein Segler, nachdem er mit seinem Boot gekentert war. Bei Sundern im Hochsauerlandkreis ertrank am gleichen Tag ein Angler. Nach Auskunft eines Feuerwehrmannes war sein Boot vermutlich wegen starken Wellengangs umgekippt.

Orkan blies bis zu 158 km/h

Auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog blies der Orkan mit bis zu 158, auf der Hallig Hooge südlich von Sylt mit 148 Stundenkilometern. "Das Schlimmste ist jetzt aber durch", sagte ein DWD-Meteorologe am Nachmittag.

Der erste große Herbststurm des Jahres ziehe nach Osten ab und sorge für eine leichte Wetterberuhigung. Im Laufe der Woche soll der Wind bundesweit abflauen. Lediglich an der See muss noch mindestens bis zum Mittwoch mit stürmischen Böen gerechnet werden.

  • Fotos : Oktober 2013: Orkantief Christian fegt über die Region

Ausnahmezustand in Ostfriesland

In der Nacht zum Montag hatten Herbststürme in Teilen Europas große Schäden angerichtet. Mehrere Menschen starben. Zahlreiche Flüge in Großbritannien fielen aus.

Auch auf Baltrum hat der Orkan für Chaos gesorgt. Mit über 130 Stundenkilometern fegt "Christian" über die kleine Düneninsel hinweg. In einem Blog berichtet ein Anwohner von den außergewöhnlichen Szenarien, die sich dort abspielen: Frontscheiben eines Supermarktes wurden zerstört, diverse Gegenstände fliegen durch die Gegend. Außerdem wurde ein Mädchen von einem umgefallenen Müllcontainer begraben, das Kind erlitt dabei keine Verletzungen.

Seit 14.30 Uhr ist derweil der komplette Regionalverkehr der Deutschen Bahn in Schleswig-Holstein wetterbedingt eingestellt worden. Starke Beeinträchtigungen gebe es auch in Hamburg, wo die S-Bahn betroffen sei, sowie in Niedersachsen, teilte die Deutsche Bahn auf Anfrage mit. Es sei noch völlig offen, wann der Zugverkehr in der betroffenen Region wieder aufgenommen werden könne.

Außerdem wurde der Verkehr auf der A2 in Niedersachsen bei Helmstedt komplett lahmgelegt. Ein Baum neben der Straße kippte am Mittag auf eine Stromleitung. Daraufhin sperrte die Polizei die Autobahn in beide Richtungen. "Die defekte Stromleitung könnte auf die Autobahn schlagen", sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei in Braunschweig am Montag. Die A2 sei zwischen Helmstedt-West und Rennau gesperrt, bis der Schaden behoben sei. Wann dies sein werde, sei noch unklar, hieß es von der Polizei. In beide Richtungen bildete sich ein längerer Stau.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Orkantief Christian sorgt in Deutschland für Chaos

(dpa)
Mehr von RP ONLINE