Chemnitz: Thügida und Pro Chemnitz Kundgebungen beim Konzert "Wir sind mehr" untersagt

„Wir sind mehr“ Konzert : Chemnitz untersagt rechtspopulistische Kundgebungen

Mehrere tausend Besucher werden für das Konzert gegen Rassismus in Chemnitz erwartet. Bundespräsident Steinmeier teilte einen Facebook-Post des Konzerts und stößt damit bei der CDU auf Kritik. Die Stadt hat unterdessen zwei rechte Demonstrationen untersagt.

Vor dem geplanten Open-Air-Konzert gegen Rechts am Montagabend in Chemnitz haben CDU-Politiker die Unterstützung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für die Veranstaltung kritisiert. „Ich halte das für sehr kritisch“, sagte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer der „Welt“ (Montag). Wie zuvor ihr Parteikollege Philipp Amthor monierte sie, dass Steinmeier die Ankündigung der Veranstaltung am vergangenen Freitag auf seinem Facebook-Account geteilt hatte. Mit Blick auf die Teilnahme der Punkband Feine Sahne Fischfilet sagte Kramp-Karrenbauer: „Denn das, was wir wollen, ist, unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat gegen Rechts zu schützen. Und wenn man das dann mit denen von Links tut, die genau in der gleichen Art und Weise auf Polizeibeamte verbal einprügeln (...), dann halte ich das für mehr als kritisch.“ Der Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern hatte die Band zeitweise wegen „linksextremistischer Bestrebungen“ im Blick, seit längerem jedoch nicht mehr.

Unterdessen hat die Stadt Chemnitz Demonstrationen des ausländer- und islamfeindlichen Bündnisses Thügida und der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz als Gegenveranstaltungen zum für den Abend geplanten Open-Air-Konzert „#wirsindmehr“ untersagt. Nach Angaben der Stadt vom Montag wurden die Entscheidungen damit begründet, dass die angedachten Veranstaltungsflächen bereits belegt seien.

Thügida (Thüringen gegen die Islamisierung des Abendlandes) wollte sich unmittelbar neben dem Konzertgelände unter dem Motto „Gegen antideutsche Kommerzhetze“ versammeln. Die rechtspopulistische Bewegung Pro Chemnitz wollte wie zuletzt am vergangenen Montag und am Samstag erneut vor dem Karl-Marx-Monument in Chemnitz demonstrieren.

Zu dem Konzert „#wirsindmehr“, das sich gegen Rassismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit richtet, wurden für den Abend in Chemnitz mehrere Tausend Besucher erwartet.

(ubg/dpa)
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