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Mutmaßlicher Terrorhelfer aus Düsseldorf: Carsten S. war führender NPD-Funktionär

Mutmaßlicher Terrorhelfer aus Düsseldorf : Carsten S. war führender NPD-Funktionär

Der am Mittwoch festgenommene mutmaßliche Terrorhelfer Carsten S. war einem Zeitungsbericht zufolge Funktionär der NPD. Der heute 31-Jährige gehörte nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes den Führungsriegen verschiedener NPD-Gremien an.

Demnach soll er 1999 an der Spitze des NPD-Kreisverbands Jena gestanden haben, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Außerdem gehörte S. dem Bericht zufolge dem Thüringer Landesvorstand und als Landesvertreter dem Bundesvorstand der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten an.

Einsatzkräfte der GSG9 hatten am Mittwoch in Düsseldorf Carsten S. als weiteren mutmaßlichen Helfer der terroristischen Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) festgenommen.

Der Zugriff erfolgte im Stadtteil Oberbilk. Der 31-Jährige soll dem Terror-Trio unter anderem eine Waffe besorgt haben. Die jahrelang unentdeckt gebliebene Zelle wird für die Morde an neun Migranten und einer Polizistin in den Jahren 2000 bis 2007 verantwortlich gemacht.

Carsten S. ist demnach bereits der zweite ehemalige NPD-Funktionär, der als mutmaßlicher Helfer der Zwickauer Neonazi-Zelle festgenommen wurde. Bereits seit November sitzt der frühere Vizevorsitzende der Thüringer NPD, Ralf Wohlleben, als mutmaßlicher Unterstützer der Terrorzelle in Untersuchungshaft.

Nach Informationen der "SZ" soll der zuletzt in Düsseldorf lebende S. Verfassungsschützern bereits 1999 als der Mann aufgefallen sein, der im direkten Telefonkontakt zu dem untergetauchten Neonazi-Trio gestanden haben soll - lange Zeit als Einziger aus der rechtsextremen Szene Jenas.

S. war noch am Mittwoch in Karlsruhe dem Haftrichter vorgeführt worden und sitzt nun in Untersuchungshaft. Der 31-Jährige steht laut Bundesanwaltschaft im Verdacht, Beihilfe zu den sechs Morden und einem Mordversuch geleistet zu haben. Er soll 2001 oder 2002 eine Schusswaffe für die Zelle besorgt haben, der nach Erkenntnissen der Ermittler die 1998 untergetauchten Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos angehörten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Carsten S. wird zum Bundesgerichtshof gebracht

(AFP)