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Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Halle-Attentäter

Zwei Menschen bei Anschlag erschossen : Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Halle-Attentäter

Am 9. Oktober erschoss Attentäter Stephan B. bei seinem Anschlag in Halle zwei Menschen und wollte in die Synagoge stürmen und ein weiteres Blutbad anrichten. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft Anklage erhoben.

Das bestätigte ein Sprecher des Oberlandesgerichtes in Naumburg am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Anklage sei am Donnerstag beim Oberlandesgericht eingegangen, damit sei das „Zwischenverfahren“ eingeleitet worden. Das heißt, die Prozessbeteiligten wie die Verteidigung haben in einer gesetzten Frist die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Zu einzelnen Anklagepunkten und zum Zeitpunkt des Prozessauftaktes konnte der Sprecher noch keine Angaben machen.

Der Prozess soll in Magdeburg stattfinden. Es ist davon auszugehen, dass bis zum Prozessbeginn „noch einige Wochen“ vergehen, sagte der Sprecher. Mit Verzögerungen aufgrund der Corona-Krise werde nicht gerechnet, allerdings könnte die Beteiligung der Öffentlichkeit noch zu einer organisatorischen Herausforderung werden.

Bei dem antisemitischen Anschlag am 9. Oktober 2019 in Halle waren eine 40-jährige Frau und ein 20-jähriger Mann erschossen, zwei weitere Menschen schwer verletzt worden. Der Versuch des Täters, in die Synagoge der Stadt einzudringen, scheiterte an der geschlossenen Tür. Zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur hatten sich dort etwa 50 Gläubige versammelt.

(mja/epd)