Islamfeindliche Absage Unternehmen lehnt Azubi ab, weil er Muslim ist

Potsdam/Cottbus · Weil er ein praktizierender Muslim ist, wurde ein Bewerber in Brandenburg von einer Straßenbaufirma abgelehnt. Der Firmenchef begründete die Absage damit, dass es im Unternehmen sonst „Unruhe geben würde“.

 Eine Straßenbau-Firma in Brandenburg hat einen Bewerber abgelehnt, weil er prakitzierender Muslim ist.

Eine Straßenbau-Firma in Brandenburg hat einen Bewerber abgelehnt, weil er prakitzierender Muslim ist.

Foto: dpa/Christoph Soeder

Ein Unternehmen in Brandenburg hat einen Azubi abgelehnt, weil er praktizierender Muslim ist. Das berichtet der RBB.
Der Mann habe sich bei einer Baufirma aus Kolkwitz im Spree-Neiße-Kreis beworben und nach dem Vorstellungsgespräch eine schriftliche Absage bekommen – gespickt mit islamfeindlichen Aussagen.

Der Twitter-User @DerTurkistaner hat einen Screenshot der Absage veröffentlicht. Dort heißt es unter anderem, man habe sich für zwei besser geeignete Kandidaten entschieden. Denn, so die Begründung des Unternehmens, „ist die Mitarbeit in unserem Unternehmen als praktizierender Moslem unerwünscht“. Der Islam sei nicht mit der Verfassung der BRD in Einklang zu bringen. Das Unternehmen wünscht dem Bewerber noch „alles Gute für die Zukunft“ und schreibt weiter: „und hoffe, dass Sie Weg in Ihre Heimat finden und dort nach ihren Grundsätzen leben können“.

Der Firmenchef der Asphalt Straßenbau Gesellschaft mbH, Frank Pilzecker, leugnet das Antwortschreiben gegenüber dem RBB nicht. "Ich kann praktizierende Moslems nicht beschäftigen, weil es Unruhe geben würde", sagte er dem Sender. Vor allem sei die körperlich schwere Arbeit nicht mit dem Ramadan zu vereinen, so Pilzecker. „Die Kollegen kippen dann einfach um“, behauptet der Firmenchef.

Wenn die Vorwürfe zutreffen, bin ich von der Haltung des Unternehmens schockiert“, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) dem Evangelischen Pressediendienst (epd) am Dienstag in Potsdam: „Ein solches Vorgehen widerspricht unseren Prinzipien eines weltoffenen Brandenburg. Die Freiheit der Religionsausübung ist in Deutschland ein Grundrecht.“

Auch die brandenburgische Integrationsbeauftragte äußerte sich. Doris Lemmermeier sagte dem epd, sie sei „schockiert, dass ein Brandenburger Unternehmen so islamophob und rassistisch auftritt“. Eine solche Haltung widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes. Niemand dürfe wegen seiner Religion benachteiligt werden, betonte Lemmermeier: „Ich bin bestürzt, dass einer unserer Mitbürger hier in Brandenburg eine solche Erfahrung machen musste.“

(sed/epd)
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