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Fall Madeleine: Boulevard-Blätter entschuldigen sich bei Eltern

Fall Madeleine : Boulevard-Blätter entschuldigen sich bei Eltern

London (RPO). Zwei führende englische Boulevard-Zeitungen haben sich mit Anzeigen auf den Titelseiten sowie Geldzahlungen bei den Eltern der immer noch vermissten Madeleine McCann entschuldigt. Die Zeitungen bedauern demnach, der Familie unterstellt zu haben, etwas mit dem Verschwinden des Kindes zu tun zu haben.

"Wir sehen sein, dass eine Reihe von Artikeln in der Zeitung unterstellt haben, dass das Ehepaar den Tod seiner vermissten Tochter Madeleine verursacht und dann vertuscht hat", hieß es in der am Mittwoch veröffentlichten Anzeige des "Daily Express". "Wir räumen ein, dass es keinen Beweis gibt, der diese Theorie stützt, und dass Kate und Gerry keinerlei Schuld am Verschwinden ihrer Tochter haben."

Die Zeitung betonte in der Anzeige zudem, sie habe als Ausdruck des Bedauerns eine "beträchtliche Summe" in den Madeleine-Fonds einbezahlt und werde die Bemühungen zum Finden des Mädchens unterstützen. Eine ähnliche Stellungnahme erschien am Mittwoch auf der Titelseite des "Daily Star". Beide Zeitungen gehören der Verlagsgruppe Express Newspapers. Der "Daily Star" hat eine Auflage von 610.000, der "Daily Express" verkauft täglich 700.000 Exemplare. Beide Zeitungen haben zudem Sonntagsblätter, die ebenfalls zu hunderttausenden verkauft werden.

Eine Sprecherin des Find-Madeleine-Fonds, Sonia Beldom, bestätigte die Entschädigungszahlungen. Sie betonte, dass alles Geld in den Fonds fließe. "Die Familie bekommt nichts", sagte sie. Die Höhe der Entschädigungszahlung nannte die Sprecherin nicht. Die Beschwerden der McCanns bezogen sich laut Beldom auf etwa hundert Artikel in den vier Zeitungen des Express-Verlags. Die Sprecherin kündigte für Mittwochmorgen eine Pressekonferenz an.

(afp)