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Blitzeis in Berlin: In ganz Deutschland gehen die Temperaturen zurück

Blitzeis überrascht Berlin und Brandenburg : In ganz Deutschland gehen die Temperaturen zurück

Fußgänger im Schneckentempo, rutschende Radfahrer und schlitternde Autos: Blitzeis hat zu Wochenbeginn in Berlin und Brandenburg binnen kurzer Zeit zu Hunderten Unfällen geführt. In den kommenden Tagen wird es im ganzen Land kälter.

Vor allem Berlin und Brandenburg waren am Montag betroffen — in der Hauptstadt wurde beim Rettungsdienst der Feuerwehr sogar der Ausnahmezustand ausgerufen. Es habe so viele Notrufe an einem Tag wie seit Jahren nicht mehr gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Bis zum Nachmittag wurden etwa 1600 Notfalleinsätze gefahren, wie der Sprecher sagte. Gestürzte Menschen wurden nach Angaben des Unfallkrankenhauses Berlin sogar mit Löschfahrzeugen gebracht, weil es nicht mehr genügend Rettungswagen gegeben habe. "Es gab Hüftbrüche und ausgekugelte Hüften. So etwas tut höllisch weh", sagte Sprecherin Angela Kijewski.

Bei der Berliner Polizei wurden deutlich mehr Unfälle als gewöhnlich gemeldet - bis zum späten Nachmittag waren es mehr als 1000, die zumeist glimpflich abliefen. In Straßenbahnen, U-Bahnen und Bussen riefen die Fahrer Passagiere auf, beim Aussteigen vorsichtig zu sein.

Ähnliches Bild in Teilen Brandenburgs, vor allem der Osten war von spiegelglatten Straßen wegen überfrierenden Regens betroffen. Die Polizei zählte bis mittags in Ostbrandenburg viele Dutzend Unfälle, die auf die Witterung zurückzuführen waren. Dabei seien mindestens acht Menschen verletzt worden. Drei von ihnen kamen demnach in Krankenhäuser.

Auch am Autobahndreieck Waltersdorf bei Berlin kam es am Vormittag zu zahlreichen Verkehrsunfällen. In Frankfurt (Oder) hatten Straßenbahnen nach Angaben der Stadtverkehrsgesellschaft zeitweise keinen Strom, weil die sogenannten Stromabnehmer auf den Fahrzeugdächern eingefroren waren.

In Sachsen-Anhalt gerieten auf bergigen Strecken Lastwagen ins Schlingern.

Kälte zieht nach Süddeutschland

Nachdem der Winter in der ersten Hälfte viel zu mild gewesen war, bringt er nun — zumindest vorübergehend — Kälte und vielleicht auch Schnee. "Im Nordosten geht es schon los", sagte Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Montag. Bis Mittwoch werde die Kälte wohl allmählich auch den Süden Deutschlands erreichen. Auf jeden Fall bleibt es im Nordosten kalt: In der zweiten Wochenhälfte sind nachts sogar bis zehn Grad minus drin. "Da wird es dann richtig kalt", sagte Herold.

Auch im übrigen Deutschland würden die Temperaturen auf ein für die Jahreszeit normales Niveau zurückgehen. "So wird es mit einem rekordwarmen Januar voraussichtlich nichts werden", sagte Herold weiter. "Ob sich die Kälte dann zum nächsten Wochenende bei uns einnistet, oder ob sich erneut mildere Atlantikluft durchsetzt, kann man derzeit noch nicht sagen."

Über den Februar und den März lasse sich mittels Wettermodellen keine Aussage treffen, da man einen groben Wettertrend nur maximal bis zu zehn Tage im Voraus angeben könne. "Bemüht man aber die Statistik, so stellt man fest, dass in den Jahren, in denen der Dezember und der Januar deutlich zu warm waren, in nur etwa 35 Prozent der Fälle der Februar oder der März zu kalt wurden", erklärte Herold.

In Garmisch-Partenkirchen wurden am Wochenende frühlingshafte 15,9 Grad Celsius gemessen. Der Januar ist mit bisher 4,9 Grad zu warm und somit bis jetzt der zweitwärmste seit den Wetteraufzeichnungen. Auch der Dezember war deutlich zu warm, so der DWD.

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(dpa)