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"Angriffe, Entführungen, inszenierte Tötungen": BKA warnt vor Anschlägen radikaler Salafisten

"Angriffe, Entführungen, inszenierte Tötungen" : BKA warnt vor Anschlägen radikaler Salafisten

Das Bundeskriminalamt (BKA) befürchtet einem Medienbericht zufolge Gewalttaten bei islamkritischen Aktionen. Die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Salafisten und Islam-Gegnern in Nordrhein-Westfalen stellten einen "Tatimpuls für islamistisch motivierte Gewalt" dar.

Neben Sprengstoffanschlägen müsse man "Angriffe mittels Schusswaffen, Entführungen sowie medial inszenierte Tötungen" einkalkulieren. Als "besorgniserregend" werten die BKA-Experten laut "Focus", dass viele Muslime in Polizisten "Handlanger der Islamfeinde" sähen.

Der Präsident des BKA, Jörg Ziercke, hält zudem auch die Gefahr islamistischer Anschläge in Deutschland nach wie vor für hoch. Allerdings gebe es derzeit keine konkreten Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag, sagte Ziercke der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Vor einigen Tagen waren die deutschen Sicherheitsbehörden mit Großrazzien gegen Salafisten vorgegangen. Radikale Salafisten stehen im Verdacht, mit ihrer Propaganda gewaltbereite Islamisten anzustacheln oder selbst Verbindungen zu Terrornetzen zu pflegen.

Al Qaida noch handlungsfähig

Die Sicherheitsbehörden dürften in ihrer Aufmerksamkeit nicht nachlassen. Die Gefährdungslage habe sich nach dem Tod von Osama bin Laden im Mai 2011 nicht verändert. "Al Qaida ist weiterhin handlungsfähig, was eine Vielzahl teils verheerender Anschläge in verschiedenen Staaten gezeigt hat", sagte Ziercke.

Ernstzunehmende Gefahren gingen vor allem auch von Einzeltätern und Kleinstgruppen in westlichen Staaten aus. Sie radikalisierten sich weitgehend unbemerkt - ohne Anbindung an eine bekannte Terrororganisation. Den Entschluss zu einem Anschlag könnten sie kurzfristig oder spontan fassen.

"Die Täter handeln dabei in Übereinstimmung mit den dschihadistischen Zielen ihrer Leitfiguren, deren Ideologie sie meist über das Internet konsumiert und verinnerlicht haben", sagte Ziercke.

(dpa)