Bisher mussten 150.000 Tiere wegen Vogelgrippe 2016 getötet werden

14 Bundesländer betroffen : Bisher mussten 150.000 Tiere wegen Vogelgrippe getötet werden

Die Vogelgrippe breitet sich in Deutschland weiter aus. 14 von 16 Bundesländern sind betroffen, zuletzt auch Thüringen. Lediglich das Saarland und Rheinland-Pfalz blieben bisher verschont.

Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit warnt vor dem für Vögel extrem gefährlichen Erreger H5N8, der sich unter Wildvögeln ausbreitet und teils auf Nutztierbestände übergreift. Für Menschen besteht aber weiterhin keine Gefahr.

Im Zuge der Bekämpfung des Erregers mussten deutschlandweit bisher knapp 150.000 Nutztiere getötet ("gekeult") werden. Das ergab eine Abfrage unserer Redaktion in allen Bundesländern. Demnach mussten allein in Niedersachsen rund 16.000 Puten in einem Mastbetrieb sowie rund 92.000 Hühner im Umfeld dieses Betriebes gekeult werden.

39.000 Tiere fielen der Bekämpfung des Erregers in Schleswig-Holstein zum Opfer, 1800 in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg etwa 500 — wobei dort der Erreger H5N1 um sich griff. In Sachsen-Anhalt mussten 37 Hühner getötet werden sowie 20 Gänse im Hamburger Tierpark Hagenbeck. In zehn Bundesländern war dieser Notgriff noch nicht nötig.

Weltweit sind nun die Kontinente Europa, Asien und Afrika betroffen, Experten sprechen daher von einer Pandemie. Im Bundesagrarministerium zählte man bis gestern deutschlandweit 528 nachgewiesene Ausbrüche der sogenannten Geflügelpest. Das sind bereits deutlich mehr als im bisherigen Pandemie-Rekordjahr 2006 - und ein Ende ist noch nicht abzusehen. "Wo es notwendig ist, da handeln wir präventiv und zugleich entschieden", sagte Minister Christian Schmidt (CSU).

(jd)
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