Islamkritischer Kommentar: "Bild" distanziert sich von Kommentar der "Bild am Sonntag"

Islamkritischer Kommentar : "Bild" distanziert sich von Kommentar der "Bild am Sonntag"

Der Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, Kai Diekmann, hat sich von einem islamkritischen Kommentar in der "Bild am Sonntag" distanziert. Ein Beitrag von Nicolaus Fest hatte bei Twitter und Facebook am Wochenende massive Kritik ausgelöst.

Bei "Bild" und dem Verlag Axel Springer sei "kein Raum für pauschalisierende, herabwürdigende Äußerungen gegenüber dem Islam und den Menschen, die an Allah glauben", schrieb Diekmann in der Montagsausgabe.

. @OezcanMutlu @dsteinvor Der @NicolausFest ist kein Hassprediger! Seinen Kommentar heute halte ich für falsch!

"BamS"-Vizechef Nicolaus Fest hatte den Islam in einem Kommentar als Integrationshindernis bezeichnet. "Ich brauche keinen importierten Rassismus, und wofür der Islam sonst noch steht, brauche ich auch nicht", schrieb er in der "BamS". Bei Twitter warfen ihm Nutzer Rassismus und Islamfeindlichkeit vor.

Auch "BamS"-Chefredakteurin Marion Horn entschuldigte sich auf Twitter. "Bild am Sonntag" habe Gefühle verletzt. "Ganz deutlich: Wir sind nicht islamfeindlich! Ich entschuldige mich für den entstandenen Eindruck."

@BILDamSonntag hat Gefühle verletzt. Ganz deutlich: Wir sind nicht islamfeindlich! Ich entschuldige mich für den entstandenen Eindruck

Der Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu verfasste auf Einladung von Diekmann einen Gastbeitrag für "Bild". Fests Kommentar sei für ihn "Rassismus pur", schrieb Mutlu. Die "Hasstiraden" des Autors schürten ohne Not Vorurteile, Ängste und Menschenfeindlichkeit.

Judenhass bekämpft man nicht mit Islamhass! Mein Kommentar in der @BILD http://t.co/4WrufI0Mbc

Serdar Yüksel (SPD, MdL NRW) hat Strafanzeige gegen @NicolausFest wegen Volksverhetzung gestellt. Starke Reaktion! pic.twitter.com/RtqV8Ty0z5

(dpa)
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