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Betagte Bankräuber vor Gericht - Zwei Angeklagte geständig

Betagte Bankräuber vor Gericht - Zwei Angeklagte geständig

Hagen (ddp). Zum Auftakt des Prozesses gegen die vermutlich älteste Bankräuberbande Deutschlands haben zwei der drei Angeklagten gestanden. "Die Tatabläufe waren so wie beschrieben", sagte einer der Beschuldigten, der 73-jährige Wilfried A., am Dienstag nach der Verlesung der Anklage. Vor dem Landgericht Hagen müssen sich die drei 64 bis 74 Jahre alten Männer wegen schweren Raubes verantworten. Sie sollen zwischen Dezember 1988 und Januar 2004 insgesamt 14 Banken überfallen haben. Dabei haben sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft 1,3 Millionen Euro erbeutet.

Der 73-jährige Wilfried A. und sein ein Jahr älterer Komplize, Rudolf R., räumten die Taten weitgehend ein. Der dritte Angeklagte, Lothar A. (64), machte zu den Vorwürfen keine Angaben. Als Motiv für die Überfälle nannte Wilfried A. vor allem Geldsorgen, die ihm wegen des Kaufs eines Bauernhofes zugesetzt hätten. Dem Vorsitzenden Richter Horst-Werner Herkenberg erklärte Wilfried A., man habe bei den bewaffneten Überfällen vermieden, Gewalt anzuwenden und vor allem auf die psychologische Wirkung gesetzt. "Sie glauben gar nicht, Herr Richter, wie einfach es ist, wenn man es ein paar Mal gemacht hat, eine Bank zu überfallen", sagte der Angeklagte.

(afp)