Berliner JVA Plötzensee: Entflohener Häftling stellt sich

Nach spektakulärem Ausbruch in Berlin: Entflohener Häftling aus Justizvollzugsanstalt stellt sich

Fünf Tage nach einem aufsehenerregenden Ausbruch aus dem Berliner Gefängnis Plötzensee ist einer der Ausbrecher freiwillig zurückgekehrt. Fünf weitere Häftlinge sind noch auf der Flucht.

Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) teilte am Dienstag auf Twitter mit: "Einer der vier Entflohenen vom 28.12. hat sich gerade mit seinem Anwalt gestellt. Er wird nun in eine Anstalt mit höheren Sicherheitsvorkehrungen verlegt."

Damit wird noch nach weiteren fünf flüchtigen Häftlingen aus Plötzensee gefahndet. Vier Gefangene waren am Donnerstagmorgen ausgebrochen. Bei den beiden weiteren Flüchtigen handelt es sich um Freigänger im offenen Vollzug, die nicht ins Gefängnis zurückkehrten.

Die beiden Freigänger verbüßten eine Ersatzfreiheitsstrafe. Die vier Ausbrecher saßen wegen schwerer Körperverletzung, Diebstahls, Wohnungseinbruchs und Erschleichens von Leistungen in Haft. Einer von ihnen wäre bereits im März entlassen worden.

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Nach dem Ausbruch wurde eine interne Sicherheitsüberprüfung eingeleitet. Die Gefangenen konnten über einen Lüftungsspalt in der Mauer fliehen. Den Weg zu dem Spalt hatten sie mit einem aus der Werkstatt des Gefängnisses entwendeten Trennschleifer freigemacht.

Gegen Behrendt wurden inzwischen Rücktrittsforderungen laut, die dieser ablehnte. "Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Das wäre eigentlich ein Rücktrittsgrund für einen Justizsenator", erklärte der Berliner SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck.

Die SPD koaliert in Berlin mit den Grünen und der Linkspartei. Auch die Opposition fordert Behrendts Rücktritt. Der Senator sei "nicht mehr zu halten", erklärte der CDU-Innenpolitiker Burkard Dregger. Ähnlich äußerte sich der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe.

(oko)