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Berlin: Angebliche U-Bahn-Schubser waren wohl selbst auf der Flucht

Vorfall an Berliner U-Bahnhof : Angebliche U-Bahn-Schubser waren wohl selbst auf der Flucht

Neue Erkenntnisse im vermeintlichen neuen Fall roher Gewalt in der Berliner U-Bahn: Ermittler der Polizei sind zur Erkenntnis gekommen, dass der am Dienstagabend eine Treppe im U-Bahnhof Boddinstraße hinabgestürzte Mann nicht absichtlich gestoßen worden ist.

Das teilte die Polizei am Mittwoch nach Auswertung von Videoaufzeichnungen mit. Demnach wurde der 62-Jährige versehentlich von zwei Männern angerempelt, die zu dem Zeitpunkt selbst auf der Flucht waren.

Nach Polizeiangaben flohen die beiden Männer vor einem Dritten, der mutmaßlich mit einem Messer bewaffnet gewesen sei. Die Hintergründe der Verfolgungsjagd würden noch ermittelt. Der gestürzte 62-Jährige habe keine schweren Verletzungen davon getragen, teilte die Polizei weiter mit. Am Morgen war die Polizei unter Berufung auf Zeugen noch davon ausgegangen, der Verletzte sei absichtlich die Treppe in dem U-Bahnhof im Bezirk Neukölln hinunter geschubst worden.

Gewalttaten auf Bahnhöfen der U-Bahnlinie 8 hatten zuletzt mehrfach für Aufsehen gesorgt. Im Dezember sorgte die brutale Attacke auf eine Frau im U-Bahnhof Hermannstraße bundesweit für Empörung. Auf Bildern einer Überwachungskamera war zu sehen, wie ein Mann der 26-Jährigen ohne erkennbaren Grund in den Rücken trat, so dass sie die Treppe hinab stürzte. Der Täter und drei Begleiter flüchteten danach. Ein 27-jähriger Verdächtiger aus Bulgarien wurde nach Tagen festgenommen.

Vor Weihnachten zündete eine Gruppe junger Männer Kleidungsstücke eines in dem U-Bahnhof Schönleinstraße schlafenden Obdachlosen an. Passanten retteten den Mann, er blieb unverletzt. Festgenommen wurden sieben Jugendliche und junge Männer aus Syrien und Libyen. Mitte Januar stießen dann Unbekannte einen 26-Jährigen auf die Gleise im U-Bahnhof Kottbusser Tor. Der Mann konnte sich unverletzt in Sicherheit bringen.

(felt/AFP)