Bahnradsportlerin: Querschnittsgelähmte Kristina Vogel ist sauer auf die Deutsche Bahn

Querschnittsgelähmte Olympiasiegerin : Kristina Vogel ist sauer auf die Deutsche Bahn

Die Doppel-Olympiasiegerin im Bahnradfahren ist seit dem Sommer 2018 querschnittsgelähmt. Immer wieder macht sie auf Missstände aufmerksam, die Menschen mit Behinderungen betreffen. Diesmal stand die Deutsche Bahn bei ihr im Fokus.

Seit ihrem Sportunfall im vergangenen Jahr ist die Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Von Tag zu Tag muss die Erfurterin erlernen, was es bedeutet, vermutlich nie mehr laufen zu können, nur mit einem Hilfsmittel beweglich zu sein. Auf Instagram ist Vogel seit ihrem Unfall zu einer Ikone geworden. Ihre Tausende Follower nimmt sie mit bei dem Unterfangen, mit der Querschnittslähmung umzugehen und sie zu akzeptieren.

Doch auf diesem Weg macht Vogel auch auf viele Probleme aufmerksam. Neuestes Beispiel: die Deutsche Bahn. Eigentlich wollte Vogel am vergangenen Samstag aus von Erfurt nach Frankfurt am Main fahren. Vogel meldete das Vorhaben der Deutschen Bahn, damit ihr am Start- und Zielbahnhof Personal aus dem Zug helfen kann. „Man sagte mir, dass ich bis Hauptbahnhof fahren müsse, da man keine Leute am Flughafen-Bahnhof habe“, berichtete sie der „Bild“. Doch als sie in Hessen ankam sei kein Mitarbeiter vor Ort gewesen, berichtet Vogel auch auf Instagram. Fahrgäste mussten ihr aus dem Zug helfen.

Vogel beschwerte sich bei der Bahn, bekam eine Standardantwort zurück: „Hallo kristina.vogel, bitte sende uns doch eine E-Mail...“.

Vogel regt dieses Verhalten der Bahn mächtig auf. „Ich will ja auch die schlechten Seiten an einer Behinderung zeigen. Was machen Menschen, die nicht mein Selbstbewusstsein haben und es das erste Mal versuchen? Die fahren nie wieder Bahn“, sagte sie in einem auf Instagram geposteten Video.

Der Deutschen Bahn blieb nichts anderes übrig, sich bei Vogel zu entschuldigen. „Wir versuchen, mit den Kollegen der Mobilitätsservice-Zentrale diesen Vorfall nachzuvollziehen. In jedem Fall tut es uns leid, dass Frau Vogel ein unschönes Bahnerlebnis hatte“, sagte ein Sprecher der „Bild“.

Vogel setzt sich für die Belange der Menschen mit Behinderungen ein. Am Sonntag wurde sie für die CDU mit großer Mehrheit in den Stadtrat Erfurts gewählt. Dort will sie ihrem Vorhaben nun weiter nachgehen.

(mja)
Mehr von RP ONLINE