Bahnhof Osterhofen: 16-Jähriger stirbt auf Zugdach durch Stromschlag

Geburtstagsfeier endet tragisch : 16-Jähriger klettert auf Zug und stirbt durch Stromschlag

Schreckliches Ende einer Geburtstagsfeier: Auf einem Kesselwagen im niederbayerischen Osterhofen verbrennt ein Jugendlicher durch einen Stromschlag. Sein 15-jähriger Freund wird lebensgefährlich verletzt.

Ein tragischer Unfall ereignete sich am Abend bei einer Geburtstagsfeier in Osterhofen, einer Stadt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf. Vier Jugendliche feierten nach Angaben der Polizei auf dem Gelände des Bahnhofs in Osterhofen-Altenmarkt einen Geburtstag. Plötzlich kamen zwei der jungen Leute auf die Idee, auf das Dach eines Güterzuges der Deutschen Bahn zu klettern, der dort auf Gleis 3 abgestellt war.

Als sich die beiden Jungen oben auf einem Kesselwagen befanden, bildete sich von der elektrischen Oberleitung mit 15 Kilowatt Leistung ein Lichtbogen, der den 16-Jährigen sofort verbrannte. Sein 15-jähriger Freund wurde ebenfalls vom Lichtbogen getroffen und vom Dach geschleudert. Er erlitt schwerste Verbrennungen und wurde nach erfolgreicher Reanimation mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik in München geflogen. Für ihn bestand in der Nacht weiterhin weiterhin Lebensgefahr.

Bei einem Lichtbogen handelt es sich um eine hell leuchtende Gasstrecke. Sie entsteht beim Durchgang von elektrischem Strom durch ein unter normalen Bedingungen nicht leitendes Gas. Lichtbogen sind verbunden mit hoher Stromstärke bei kleinem Spannungsabfall und hoher Wärmeentwicklung. Es können dabei extrem hohe Temperaturen entstehen.

Die Fahrgäste eines wartenden Personenzuges erlebten das Unglück vom Nebengleis aus und alarmierten über Notruf die Rettungsleitstelle in Straubing. Die Kesselwagen des abgestellten Güterzuges waren mit Heizöl beladen, sie blieben von dem Lichtbogen unbeschädigt. Die anderen beiden Jugendlichen und die Angehörigen wurden am Bahnhof vom Kriseninterventionsteam der freiwilligen Feuerwehr und dem Notfallseelsorger betreut.

Ein ähnliches Unglück ereignete sich vergangenen September am Güterbahnhof in Troisdorf. Ein 18-Jähriger war dort auf einen Kesselwagen geklettert und einer Stromleitung nahe gekommen. Die Bundespolizei wies damals darauf hin, dass für einen tödlichen Stromschlag schon ein Abstand von eineinhalb Metern zu einer Leitung ausreicht.

(juju/dpa)
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