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Schäden am Berliner Hauptbahnhof: Bahn droht Architekt mit Klage

Schäden am Berliner Hauptbahnhof : Bahn droht Architekt mit Klage

Berlin (RPO). Die schweren Sturmschäden am neuen Berliner Hauptbahnhof könnten ein juristisches Nachspiel haben. Architekt Meinhard von Gerkan behauptet, die Probleme seien auf fehlerhafter Umsetzung seiner Pläne durch die Deutsche Bahn zurückzuführen. Dagegen will sich die Bahn wehren.

Bahnmanager Wolf-Dieter Siebert wies am Donnerstag Gerkans Äußerungen als "haltlos und unverfroren" zurück, das Abrutschen eines Stahlriegels aus der Fassade während des Orkans Mitte Januar hätte verhindert werden können, seien bei der Ausführung des Architektenentwurfs "unter der Regie der Bahn" nicht Sicherheitsschienen weggelassen worden.

Der Bahnmanager betonte erneut, die DB habe als Bauherr ein Bauwerk übernommen, bei dem sie davon ausgehen musste, dass es nach allen Regeln der Technik geplant, genehmigt, gebaut und abgenommen worden sei. Wegen des herabgestürzten Stahlbalkens hat die Bahn ein unabhängiges Gutachten beantragt. Siebert kündigte Klage für den Fall an, dass von Gerkan seine Behauptung nicht zurücknehme. "Emotional motivierte Anschuldigungen und Schuldzuweisungen diskreditieren sich von allein - zumal sie nicht der Wahrheit entsprechen", erklärte Siebert.

Gerkan hatte im Bundestagsverkehrsausschuss am Mittwoch darauf hingewiesen, dass der Sturmschaden vermeidbar gewesen wäre. Der "Berliner Morgenpost" gegenüber versicherte er, dass er in seinem Entwurf für die Bügelbauten eine Sicherung für die Stahlträger eingeplant habe, die später weggelassen worden sei.

(apbackup)