1. Panorama
  2. Deutschland

Bahn-Ansagen: Marc Krüger sammelte die kuriosesten Einsendungen.

Kuriose Bahn-Ansagen : „Willkommen im Kuschel- und Saunaexpress nach Aachen“

Marc Krüger sammelt lustige Durchsagen aus dem Alltag öffentlicher Verkehrsmittel. Obwohl er selbst nur selten Bahn fährt, findet er genügend Geschichten, die ihm auch nach sieben Jahren noch Spaß machen.

Nicht nur Berufspendler wissen: Eine Bahnfahrt wird gerne einmal zur Nervenprobe. Bahnen verspäten sich, manchmal fallen sie auch ganz aus. Von funktionierenden Klimaanlagen oder gar schnellem Internet ganz zu schweigen.

Dass Bahnfahren auch Spaß machen kann, zeigt Marc Krüger. Vor sieben Jahren hat er mit der Seite „Bahn-Ansagen“ begonnen. Dort sammelt er lustige Lautsprecherdurchsagen und weitere skurrile Ereignisse aus der Welt der öffentlichen Verkehrsmittel.

Heute hat die Facebook-Seite 93.000 Abonnenten, beim Nachrichtendienst Twitter interessieren sich 207.000 Menschen für „Lautsprecherdurchsagen, die zu schön sind, um vergessen zu werden“, wie die Beschreibung verspricht. 2016 erschien mit „Der Lokführer hat den Zug verpasst: Kuriose Bahnansagen“ sogar ein Buch zur Serie.

Dabei hat Krüger mit der Bahn sonst wenig am Hut. „Ich fahre eigentlich selten Bahn“, sagt er. „Aber mir sind damals innerhalb kurzer Zeit gleich zwei lustige Ansagen aufgefallen. So kam die Idee für die Seite.“ Heute verbringt er im Schnitt drei Stunden pro Woche damit, Einschriften zu sichten und neue Einträge zu veröffentlichen. Eine Aufgabe, die durch den Erfolg von „Bahn-Ansagen“ nicht einfacher geworden ist. „Durch die Masse an Zuschriften dauert das Aussortieren länger“, sagt er.

Da Krüger kein passionierter Bahnfahrer ist, hat er auch einen recht nüchternen Zugang zum Hauptgegenstand seiner Arbeit. „Ich finde die Bahn okay. Die Seite soll weder eine Liebeserklärung sein, noch eine Abrechnung.“ Er sei da auch nicht festgelegt und freue sich ebenso über lustige Berichte von Busfahrten und Flügen. 99 Prozent der Einsendungen kämen aber zur Bahn.

In sieben Jahren haben sich so einige Geschichten angesammelt. „Ich dachte, das Ganze hat vielleicht nach zwei Jahren ein Ende“, sagt er. „Aber ich entdecke immer noch Geschichten, die ich so noch nicht gehört habe.“

Bei den meistgelesenen Ansagen gehe es oft um Bahn-Klassiker wie Türen und Lichtschranken. Krüger ist hingegen vor allem an regionalen Geschichten interessiert. „Es gibt da einen Beitrag, der gar nicht so viel geteilt wurde: ‚Ich begrüße Sie im Zug von ‚Grüß Gott‘ nach ‚Moin‘!‘ Der hatte alles, was es braucht.“ Wegen solcher Ansagen habe er auch nach sieben Jahren noch Spaß an der Seite. Und viele Tausend Menschen mit ihm.

Hier geht es zur Infostrecke: Das sind die schönsten „Bahn-Ansagen“