Bademeister: Eltern schauen im Freibad mehr aufs Smartphone als auf ihre Kinder

Kritik von Bademeister : "Immer mehr Eltern schauen auf ihr Smartphone - nicht nach ihren Kindern"

Immer wieder gibt es Badeunfälle mit Kindern. Bademeister machen dafür auch die Eltern verantwortlich.

„Heute hat man - ich sag es mal ganz krass - das Gefühl, dass die Kinder abgeschoben werden sollen, damit Mama und Papa ihre Ruhe haben“, sagte Peter Harzheim, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Früher hätten Eltern und Großeltern öfter zusammen mit den Kindern Zeit im Becken verbracht. Das habe sich geändert. „Immer mehr Eltern schauen auf ihr Smartphone und nicht mehr nach links oder rechts und schon gar nicht nach ihren Kindern.“

Harzheim räumte ein, dass viele Eltern auch früher auf der Decke liegen geblieben seien und Bücher oder Zeitung gelesen hätten, wenn ihre Kinder ins Becken gesprungen und im Wasser getobt hätten. Aber Mütter und Väter hätten damals „viel öfter auch mal nach ihren Kindern geschaut“. Heute vernachlässigten dagegen viele Eltern ihre Aufsichtspflicht.

2017 sind in Nordrhein-Westfalen 55 Menschen ertrunken, darunter drei Kinder. In diesem Sommer sind bisher sechs Badetote gezählt worden. Nach Einschätzung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) überschätzen viele ihre Schwimmfähigkeit. Manche gingen auch ins Wasser, obwohl sie nicht schwimmen könnten.

(wer/AFP/epd)