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Ausschreitungen nach Demos in Hamburg und Berlin: Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen

Krawalle in Berlin und Hamburg : Demonstranten werfen Flaschen und Steine auf Polizisten

Zehntausende Menschen in Deutschland haben am Samstag gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Im Anschluss kam es in Hamburg und Berlin zu gewaltätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei mit Verletzten und Festnahmen.

Die meisten Menschen gingen am Samstag friedlich gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße. In Hamburg und Berlin kam es nach dem Ende der offiziellen Demonstrationen jedoch zu Auseinandersetzungen zwischen einigen Demonstranten und der Polizei.

Allein am Berliner Alexanderplatz kamen nach Polizeiangaben rund 15.000 Teilnehmer zusammen, die Veranstalter hatten mit 1500 Teilnehmern gerechnet. Viele der Demonstranten auf dem Alexanderplatz waren dunkel gekleidet. Nach den Schweigeminuten für George Floyd kam es gegen Abend dann zu einem Gewaltausbruch. Aus einer größeren Gruppe heraus wurden Steine und Flaschen auf Polizisten und Passanten geworfen, wie eine Sprecherin vor Ort sagte. Dabei wurde auch ein Pressefotograf von einer Flasche getroffen. Er erlitt eine Kopfplatzwunde. Es sei kein gezielter Angriff gewesen, sagte eine Polizei-Sprecherin. Es gab auch vereinzelt verletzte Polizisten und Festnahmen, wie die Polizei per Twitter mitteilte. Zu genauen Zahlen gab es zunächst keine Angaben.

Auch in Hamburgs Innenstadt kam es zu Auseinandersetzungen zwischen einer Gruppe Demonstranten und der Polizei. Aus der Gruppe heraus sei Pyrotechnik gezündet worden, sagte eine Sprecherin. Zwei Beamte wurden laut Polizei verletzt. Zunächst war von drei Verletzten die Rede gewesen - in einem Fall habe sich aber herausgestellt, dass es sich um Kreislaufprobleme handelte, hieß es auf Nachfrage. Einige Vermummte hätten Banner entrollt mit der Aufschrift „Bullenschweine“ und „ACAB“, was für „All cops are bastards“ („Alle Polizisten sind Bastarde“) steht. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um den Platz zu räumen.

Zuvor waren in Hamburg insgesamt 14 000 Teilnehmer bei zwei fast zeitgleichen Kundgebungen am Jungfernstieg und am Rathausmarkt zusammengekommen - erlaubt waren wegen der Coronamaßnahmen zusammen nur gut 800. Die Hamburger Polizei hatte bereits vor den Demonstrationen ihre Solidarität erklärt. „Wir sind an eurer Seite!“, twitterte sie vor Beginn der Kundgebungen. „Rassismus darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Wir arbeiten täglich dafür, dass sich alle Menschen in Hamburg sicher fühlen können.“

(kron/dpa)