Schneechaos in Europa: Auf einmal ist Jahrhundert-Winter

Schneechaos in Europa : Auf einmal ist Jahrhundert-Winter

Düsseldorf (RPO). Was ist nur los mit unserem Wetter? Erst Orkan im Norden, jetzt Schneechaos im Süden. Dabei haben wir erst Anfang November. Trotzdem hat sich über weite Teile Europas der Winter gelegt. Verkehrschaos in Bayern, Tote in Österreich, 62 Zentimeter Neuschnee in der Schweiz. Auch heute soll es wieder schneien.

Dramatische Züge hat die Lage in den Alpen. Experten sprechen von einem Jahrhundert-Winter. Die Schweiz kämpft mit dem heftigsten Wintereinbruch seit mehr als 50 Jahren, österreichische Medien berichten von zwei Todesopfern und mehr als 1000 Unfällen.

Nach Mitteilung von MeteoSchweiz fielen im Schweizerischen Davos innerhalb von 24 Stunden 62 Zentimeter Schnee. So viel Schnee an einem Tag wurde letztmals 1952 in einem November gemessen. Insgesamt war die Schneedecke in Davos auf 1560 Metern Höhe bereits 87 Zentimeter dick. Auf dem 2540 Meter hohen Weissfluhjoch oberhalb von Davos waren es sogar 110 Zentimeter.

Nicht nur für November sind die Neuschneemengen außergewöhnlich, wie MeteoSchweiz weiter schreibt. So fielen in Davos auch im tiefsten Winter nur alle fünf bis zehn Jahre mehr als 60 Zentimeter Schnee an einem Tag.

Chaos auch bei uns

Das Chaos hatte am Wochenende auch Süddeutschland fest im Griff: Wegen Sturmböen und erhöhter Lawinengefahr wurde am Sonntag der komplette Bergbahnverkehr auf die Zugspitze eingestellt. Der Skiliftbetrieb auf Deutschlands höchstem Berg konnte nicht gestartet werden.

In Oberbayern kam es auf der A 8 München-Salzburg am Samstag zu einem schweren Unfall, bei dem ein Lastwagen die Mittelleitplanke durchbrach. Mehrere Menschen erlitten Verletzungen. Mehrere witterungsbedingte Unfälle ereigneten sich auch auf der A 9 bei Ingolstadt. Auch in Ost- und Nordbayern sorgte der Wintereinbruch für Unfälle mit Verletzten.

Auch in den Mittelgebirgen in Ostdeutschland gingen starke Schneefälle bei zum Teil orkanartigen Stürmen nieder. Örtlich kam es zu Verkehrsbehinderungen. Betroffen war nach Polizeiangaben insbesondere der Thüringer Wald. Im Bereich der Polizeidirektion Suhl mussten am Samstag mehrere Straßen gesperrt werden. Starke Schneefälle, Verwehungen und Lkw-Fahrer, die noch mit Sommerreifen unterwegs waren, sorgten zum Teil für chaotische Verhältnisse. Unter der Schneelast brachen zahlreiche Bäume, mehrere Autos wurden beschädigt.

Tote in Österreich

In Österreich fordert der Wintereinbruch Medienberichten zufolge sogar Todesopfer. Bei einem schneebedingten Verkehrsunfall in der Steiermarck kam eine Frau ums Leben. Im Salzburger Pongau wurde eine Frau von einem PKW überrollt.

Im vergangenen Jahr klagten die Skiliftbetreiber über zu wenig Schnee. Jetzt haben sie zuviel davon. Der Arlbergpass bleibt wegen Lawinengefahr gesperrt. Für die kommende Nacht sind oberhalb von 1100 Metern 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee angekündigt.

Wie geht es bei uns weiter?

"Nasskalter und stürmischer Wochenstart mit schauerartigen
Regen- und Schneefällen, nur im Südwesten und Nordosten etwas
freundlicher", heißt es in der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes.

Die Woche wird winterlich bleiben, schreiben auch die Wetterfrösche des Senders RTL. Weitere Schneefälle sind insbesondere für den Süden und den Osten Deutschlands angekündigt. Am Nachmittag fällt über das Sauer- und Siegerland bis nach Franken und den Bayerischen Wald schauerartiger Regen, der ab 500 Metern zunehmend in Schnee übergeht. Im Erzgebirge soll es sogar kräftig schneien.

Der Westen scheint glimpflich davonzukommen, es bleibt schneefrei, wird aber empfindlich kalt.Gefühlte Temperatur am Donnerstag: minus sechs Grad. Südlich der Mainlinie droht jedoch weiteres Chaos. Es soll weiterhin schneien, bis in die Nacht zum Donnerstag. Es wird kalt mit Tiefstwerten zwischen minus 1 und minus 5 Grad. Örtlich kann es glatt werden durch Schnee oder gefrierende Nässe. Das Chaos ist vorprogrammiert.

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