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Schwer behandelbar und hoch ansteckend: Asien-Keime im Klinikum Leverkusen

Schwer behandelbar und hoch ansteckend : Asien-Keime im Klinikum Leverkusen

Ein deutscher Reisender, der in Thailand in einem Krankenhaus behandelt worden war, hat vermutlich ein sehr widerstandsfähiges Bakterium ins Klinikum Leverkusen eingeschleppt. Er war erst wenige Tage vor dem Ausbruch der Infektion nach Leverkusen verlegt worden.

Der schwer behandelbare bakterielle Keim (Acinetobacter baumannii) wurde bei acht Patienten auf der Intensivstation des Klinikums entdeckt. "Dieser Keim ist leicht übertragbar und verbreitet sich schnell", sagt Stefan Reuter, Vorsitzender der Hygienekommission des Krankenhauses. Deshalb hat das Klinikum sofort die Intensivstation geschlossen, die Patienten isoliert und schwere Operationen, die eine Intensivbehandlung erfordern, abgesagt. Diese Maßnahmen sollen eine weitere Ausbreitung des multiresistenten Keimes verhindern.

Der Erreger ist vor allem für Patienten gefährlich, deren Abwehrkräfte ohnehin geschwächt sind. "Der Keim ist ein Organismus, der auch bei uns vorkommt", erläutert Martin Oehler, Leiter der örtlichen Gesundheitsaufsicht. Im Gegensatz zu dem häufig auftretenden MRSA (multiresistente Staphylococcus aureus) wüsste man aber nicht so viel über den Erreger und wie man ihn behandelt.

Er befinde sich auf der Haut und den Schleimhäuten der Patienten, erklärt Reuter, der bis September Oberarzt am Uniklinikum Düsseldorf war. Deshalb wird der Erreger auch so leicht übertragen, etwa durch Händeschütteln. Da alle betroffenen Patienten der Intensivstation und auch das Personal getestet wurden, glauben die Mitglieder der Hygienekommission nicht, dass noch weitere Fälle hinzukommen. Vorsorglich wurden die Bundesbehörden und das Robert-Koch-Institut informiert.

Keiner der betroffenen acht Patienten hat bisher neue Erkrankungen als Folge der Infektion entwickelt. Sie bekommen nun Antibiotika. Doch durch zunehmende Resistenzen sei die Behandelbarkeit von Krankenhauskeimen in den vergangenen Jahren rasant gesunken, sagt Reuter. Mittlerweile wurden Teile der Intensivstation nach Reinigungsmaßnahmen wieder für die Versorgung einzelner Schwerkranker in Betrieb genommen. Wie lange die betroffenen Patienten isoliert bleiben müssen, weiß man bisher nicht.

(RP/pst)