Frau starb bei Fettabsaugung Arzt nach tödlicher Schönheits-OP vor Gericht

Köln (rpo). Weil seine Patienten nach einer Fettabsaugung an einer Blutvergiftung starb, muss sich ein Leverkusener Arzt vor Gericht verantworten. Bereits im Dezember 2005 war der Mediziner zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden, hatte gegen den Richterspruch aber Berufung eingelegt.

Der Mediziner hatte die 67-jährige Frau im Mai 2002 in seiner Leverkusener Praxis operiert. Der 1,54 Meter großen und über 100 Kilogramm schweren Patientin waren bei dem ambulanten Eingriff drei Liter Fett abgesaugt worden. Zwei Tage nach der Operation war die Frau in einem Krankenhaus an einer Blutvergiftung gestorben, die nach Angaben von Gutachtern während des ambulanten Eingriffs entstanden war.

"Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Es ist mir unerklärlich, wie und warum die Patientin verstorben ist", sagte der Angeklagte zum Auftakt des Prozesses. Er habe die Frau ordnungsgemäß über die OP-Risiken aufgeklärt. Sie sei jedoch fest entschlossen gewesen, sich operieren zu lassen. "Sie wollte sich endlich wieder die Schuhe zuschnüren können und schwimmen gehen", sagte der Arzt.

Über ein "etwaiges Todesrisiko" habe er die Patientin hingegen nicht aufgeklärt, da dieses bei einer Fettabsaugung "so gut wie nicht besteht", sagte der Angeklagte weiter. Die medizinischen Sachverständigen hatten dagegen vor Gericht erklärt, eine Blutvergiftung sei ein "typisches Risiko einer Fettabsaugung". Der Prozess wird am 11. September fortgesetzt.

(afp2)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort