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Einmalige Operation: Arme des Toten kribbeln schon

Einmalige Operation : Arme des Toten kribbeln schon

München (RPO). Karl Merk ist glücklich. Er hat eine weltweit einmalige Operation gut überstanden. In der größten Transplantation, die je durchgeführt wurde, erhielt er die beiden Arme eines Toten.

"Das sind meine Arme und ich gebe sie nicht mehr her", sagt er mit fester Stimme. Erst vor gut zwei Monaten hat der 54-jährige seine neuen Gliedmaßen erhalten. Für Merk zählen nicht diese medizinischen Superlative, sondern, dass er sechs Jahre nach einem schweren Unfall endlich wieder Arme hat und die Ärzte vom Klinikum rechts der Isar sagen, dass alles gut läuft.

"Das war wirklich überwältigend, als ich gesehen habe, dass ich wieder beide Arme habe. Das ist wirklich unvorstellbar, wenn man sechs Jahre ohne Arme gelebt hat", so beschreibt er den Moment, als er nach der 15-stündigen Operation erwachte. "Ich bin so froh, dass ich sie wiederhabe."

Neue sind dicker als die alten

Heute sieht Merk beinahe wie ein Patient aus, der sich nur die Arme gebrochen hat. Noch kann er sie nicht selbst heben, und so liegen sie auf einem Gestell, das über seine Schultern hängt. Die Operation verraten nur zwei tief eingeschnittene Narben, die rund um die Oberarme laufen, und die Tatsache, dass die Arme unterhalb der Nahtstelle dicker sind. Merks neue Gliedmaßen sind ein bisschen größer als seine alten.

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Die sind glücklich, in Merk einen "fantastischen Empfänger" gefunden zu haben, wie Edgar Biemer erzählt, einer der beiden Leiter des 40-köpfigen Operationsteams. Für eine Transplantation der Arme brauche man eine unwahrscheinlich stabile Persönlichkeit und ein stabiles Umfeld, betont er. Merk habe "einiges durchmachen müssen", sagt Biemer. Auch der andere Leiter des Operationsteams, Christoph Höhnke, betont, wie schwer die Operation und die Zeit danach für Merk waren.

Doch der Landwirt scheint die Belastungen gut zu überstehen. "Ich habe sechs Jahre ohne Arme gelebt. Da macht einem nichts mehr was aus", sagt er.

Auch jetzt, zwei Monate nach der Operation habe sein Patient im Krankenhaus noch eine 40-Stunden-Woche zu absolvieren, sagt Höhnke. Krankengymnastik und Elektrotherapie sollen die Arme erhalten. Dazu kommt eine neurokognitive Therapie: Merk müsse lernen, dass er wieder Arme habe, sagt Höhnke. Mit dem Verlauf der Transplantation und den Fortschritten seither ist er mehr als zufrieden: "Insgesamt sind unsere kühnsten Erwartungen fast erfüllt worden."

Nerven erreichen Hände erst in eineinhalb bis zwei Jahren

Doch jetzt ist für Merk erst mal wichtig, dass er mit seinen Armen schon wieder Türen öffnen und das Licht ein und ausschalten kann. Und "dass ich jetzt bald mal heim kann". Bis dahin sind es nur noch vier bis sechs Wochen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Karl Merk hat die Arme eines Toten

(ap)