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In einer Garage: Anwohner entdeckt totes Baby

In einer Garage : Anwohner entdeckt totes Baby

In einem Bündel aus Handtüchern bei einer Garage hat ein Anwohner in Potsdam ein totes Baby gefunden. Der Fund der Babyleiche hat am Freitag Bestürzung ausgelöst. Ein Notarzt habe nur noch den Tod des Neugeborenen feststellen können, sagte Polizeisprecherin Katrin Laurisch. Angaben zur Todesursache konnte die Sprecherin zunächst nicht machen. Die Leiche werde noch untersucht, hieß es. Zudem würden Spuren gesichert und überprüft.

Den Fund des Babys am Rande eines Garagenkomplexes in Potsdam-West hatte den Angaben zufolge gegen 10.00 Uhr ein Anwohner gemeldet. Der Mann wollte sein Auto aus der Garage holen. Auf dem Weg dorthin entdeckte er ein Handtuchbündel. Darin befand sich das Baby.

In einem kleinen weißen Sarg wird die Leiche eines Babys an einem Garagenkomplex in der Kantstraße in Potsdam von Bestattern abtransportiert. Foto: dpa, Patrick Pleul

Das am Freitag in Potsdam gefundene Baby ist möglicherweise Opfer von Gewalt geworden. "Im ersten Ergebnis der Obduktion ergaben sich Hinweise auf äußere Gewalteinwirkung, die zum Tod des Kindes geführt haben könnten", teilte die Staatsanwaltschaft Potsdam am frühen Abend mit. Die Ermittlungen zur genauen Todesursache dauerten allerdings noch an.

Am Fundort nahe eines Bahndamms kamen zahlreiche Ermittler zum Einsatz. Ein Teil des Garagenkomplexes wurde mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Anwohner äußerten die Vermutung, dass das Baby möglicherweise aus einem fahrenden Zug geworfen wurde. Auf dem Bahndamm verkehrt unter anderem die Regionalbahn Potsdam-Michendorf.

Spürhunde sollen Hinweise geben

Laurisch sagte, die Polizei gehe davon aus, dass das Kind hinter den Garagen abgelegt wurde. Jedoch werde auch geprüft, ob es möglicherweise aus einem Zug geworfen wurde. Am Fundort wurden auch verschiedene Spürhunde eingesetzt. So erhofften sich die Ermittler von Leichenspürhunden Hinweise darauf, ob das Baby bereits tot abgelegt wurde und von wo aus die Leiche zum späteren Fundort gebracht wurde. Personenspürhunde sollten hingegen Hinweise darauf gegeben, wer das Baby abgelegt hatte. Zudem wollte die Polizei am Nachmittag Fotos von dem Handtuch veröffentlichen, um möglicherweise Hinweise auf die Eltern des Babys zu bekommen.

Der Garagenkomplex schließt sich an ein Plattenbau-Viertel aus DDR-Zeiten an. Anwohner beschrieben das Viertel als ruhige Wohngegend. In dem Gebiet gibt es auch eine Schule samt Sporthalle.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) reagierte mit Bestürzung und Fassungslosigkeit auf die Nachricht. "Wenn kleine Kinder sterben, ist das immer das größte Unglück", sagte er. Einen Tag vor dem Weihnachtsfest könne jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Jakobs bat alle Potsdamer, das Baby in ihre Weihnachtsgebete aufzunehmen.

Unterdessen veröffentlichte die Polizei ein Bild des Handtuchs, in das das tote Mädchen eingewickelt war. Davon erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf die Mutter. Zeugen können sich an die Polizei in Potsdam unter Telefon 0331/5508-0 wenden.

(APD)