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Ansturm auf IC und ICE überfordert Bahn - Umstiegszeiten verlängert​

Spätere Ankunft : Ansturm auf IC und ICE überfordert Bahn - Umstiegszeiten verlängert

Immer mehr Passagiere, aber ein marodes Schienennetz: Die Deutsche Bahn hat die Angabe von Reisezeiten angepasst. Das führt nun bei Fahrten mit ICE und IC zu großzügigeren Umstiegs- und damit auch spätere Ankunftszeiten. Reisende sollen aber so besser planen können.

Das betreffe 800 Verbindungen. Angesichts der zahlreichen unpünktlichen Züge sollten Reisende so verlässlicher planen können. Zudem würden 1000 zusätzliche Mitarbeiter das Service-Personal in Zügen und an Bahnsteigen verstärken, um etwa beim Umsteigen mit dem Gepäck zu helfen oder Auskunft zu geben. Derzeit besteht der Bord-Service aus rund 8000 Mitarbeitern. Zudem verwies Fernverkehrs-Chef Michael Peterson auf neue Züge, die die Bahn beschaffe. Bis 2029 würden allein dafür zehn Milliarden Euro investiert. Im Dezember kommt der ICE-3-Neo auf die Schienen.

Peterson sagte, zwischen Mai und Juli seien noch nie soviele Menschen soviele Kilometer mit IC und ICE gefahren wie in diesem Jahr. Die Verkehrsleistung sei gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 noch einmal um drei Prozent gestiegen - vor allem wegen Urlaubs- und Freizeitreisenden.

Allerdings sei man mit der Pünktlichkeit nicht zufrieden. Zuletzt waren fast die Hälfte der Fernzüge unpünktlich, was besonders Reisende mit Anschlusszügen trifft. Peterson nannte die Lage für Reisende wie auch für Mitarbeiter eine Zumutung. Umsteigezeiten von beispielsweise acht Minuten seien zu knapp und würden daher bei der Auskunft wie etwa dem DB Navigator nicht mehr angegeben. Es gehe dabei in erster Linie um Umstiege von Fern- zu Fernzug und weniger um den Nahverkehrs-Anschluss, da diese häufiger führen. Wenn Passagiere dennoch einen früheren Anschluss-Zug erreichen könnten, sollten sie diesen auch bei Tickets mit fester Zug-Bindung nutzen können.

(ahar/Reuters)