Anschlag in Halle/Saale: Haftbefehl gegen Stephan B.

Alles im Live-Blog : Haftbefehl gegen mutmaßlichen Rechtsterroristen Stephan B.

Am Donnerstag werden mehr Hintergründe zum Anschlag von Halle bekannt. Der Zentralrat kritisiert den fehlenden Schutz für die Synagoge in Halle. Minister Seehofer schätzt die Bedrohung durch Antisemitismus als sehr hoch ein. Am Abend erging Haftbefehl gegen Stephan B.

  • Der aktuelle Informationsstand: In Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt hat ein Angreifer zwei Menschen erschossen und versucht, eine Synagoge zu stürmen. Die beiden Todesopfer, eine Frau und ein Mann, starben in der Nähe der Synagoge und in einem etwa 600 Meter entfernten Dönerimbiss.
    Der Täter streamte seine Tat live im Internet. Dort ist zu sehen, wie er versucht, in die Synagoge zu gelangen. Zuvor soll er im Internet ein Manifest verbreitet haben.
    Der Angriff ereignete sich an Jom Kippur, dem höchsten Feiertag der Juden. Offenbar wählte der Angreifer bewusst diesen Tag für seine Tat.
    Am Tag danach hat die Jüdische Gemeinde Kritik am fehlenden Polizeischutz vor der Synagoge geäußert.
    Am Vormittag legte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen Kranz vor der Synagoge nieder.
    Bei einer Pressekonferenz um 14.30 Uhr bezeichnete Generalbundesanwalt Peter Frank die Tat von Halle als Terror. Gegen den Täter werde wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes in neun Fällen ermittelt.
    Bundesinnenminister Horst Seehofer sprach bei einer weiteren Pressekonferenz in Bezug auf das Verbrechen von "einer Schande für das ganze Land" und kündigte einen dauerhaft besseren Schutz für jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland an.
  • 10/10/19 7:34 PM
    Wir beenden vorerst unsere Berichterstattung hier im Liveblog. Wir informieren Sie aber natürlich dennoch bei RP ONLINE über alle weiteren Entwicklungen.
  • 10/10/19 7:33 PM
    Am Donnerstagabend hat der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof nach Informationen des SWR Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Rechtsterroristen Stephan B. erlassen. Das habe ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe dem Sender am Donnerstagabend bestätigt. Der Richter habe Untersuchungshaft angeordnet.
  • 10/10/19 6:12 PM
    Rund 300 Menschen haben sich heute zu einer Mahnwache vor der Synagoge in Düsseldorf versammelt. Wir haben mit Organisatoren und Teilnehmern gesprochen.
  • 10/10/19 5:35 PM
    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Berlin eine Rede gehalten, in der er sich noch einmal entschieden gegen rechten Hass ausgesprochen hat. „Ich bin es leid, dass Rechtsextremismus offen das Wort geredet wird und diese Borniertheit klammheimliche Zustimmung findet“, sagte er laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa. Anlass der Rede ist die Verleihung der Ernst Ludwig Ehrlich Medaille an die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch.
  • 10/10/19 4:54 PM
    Der mutmaßliche Täter hatte nach Angaben der Bundesanwaltschaft vier Schusswaffen bei sich. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde.
  • 10/10/19 4:36 PM
    Rund 300 Düsseldorfer haben sich heute vor der Synagoge versammelt, um schweigend ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zu bekunden. Dem Aufruf der Mahn- und Gedenkstaette und des Bündnisses Respekt und Mut waren viele Vereine und Verbände gefolgt, darunter der Kreis der Düsseldorfer Muslime. Auch Vertreter der Stadt und des Rats zündeten Kerzen auf der Treppe der Synagoge an. Oberrabbiner Rafael Evers sprach ein Gebet für die Opfer des Anschlags. (Foto: Hans-Jürgen Bauer)
  • 10/10/19 3:47 PM
    Auf dem Marktplatz in Halle sind viele Menschen zusammengekommen, um gemeinsam zu trauern und ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Auf dem Platz sind zahlreiche Blumen und Kerzen niedergelegt. (Foto: dpa)
  • 10/10/19 3:45 PM
    Der mutmaßliche Täter von Halle suchte mit seinem auf Englisch geschriebenen Manifest ein großes Publikum. Das sah er offenbar nicht in der Neonazi-Kameradschaft um die Ecke, sondern in der gesamten Welt. Seine Tat hat er mit einer Helm-Kamera live ins Internet übertragen, Stephan B. sprach dort auf Englisch. Einige Politiker, darunter Katrin Göring-Eckardt (Grüne) halten die Einzeltäter-These für falsch und sehen ein ganzes Netzwerk.
  • 10/10/19 3:39 PM
    Politiker von Union und SPD sehen nach dem Anschlag von Halle eine Mitschuld bei der AfD. Deren Vorsitzender Jörg Meuthen hat sich zum jüdischen Leben in Deutschland bekannt. „Jüdisches Leben in Deutschland ist elementarer Bestandteil unserer Identität und wird dies immer bleiben“, beteuerte Meuthen am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte die AfD für die Tat mitverantwortlich gemacht und von geistiger Brandstiftung gesprochen. Dem schloss sich auch Bundesinnenminister Horst Seehofer an.
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(mja/lukra/hebu)
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