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Annette Frier und Konrad Beikircher als Chefredakteure für einen Tag bei der RP

Aktion zum 1. April : Annette Frier und Konrad Beikircher als Chefredakteure für einen Tag

Perspektivwechsel: Wie sähen RP ONLINE und die Rheinische Post aus, wenn einmal nicht Journalisten darüber entscheiden, welche Themen den Tag bestimmen? Wir haben es ausprobiert und das Ruder für einen Tag an Annette Frier und Konrad Beikircher übergeben.

Es war eine spontane Idee mit weitreichenden Folgen. An einem Winterabend standen drei ältere Herren in der Nachrichtenredaktion  der Rheinischen Post zusammen und meckerten über die Zeitung, die am nächsten Morgen erscheinen sollte. Viel schwerer Stoff. Polizeieinsätze, Kriminalität,  Streit in der großen Koalition. Nachrichten von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Ein schwerer Unfall auf der A3. Raketenangriffe im Nahen Osten.

Puuh! Die Welt in Unordnung, und die Zeitung und die Onlineausgabe sind voll von den kleinen und großen Dramen. Ist ja auch richtig. Wir müssen berichten, was passiert. Aber genauso brauchen wir etwas zum Durchatmen, Geschichten, die uns zum Lächeln bringen. „„Uns fehlt etwas Angenehmes““, sagte also einer. „“Humor““,  sagte ein anderer Kollege. Die Idee: Wir holen uns Leute in die Redaktion, die sich damit auskennen. Mit Humor. Und lassen sie einfach mal Chefredakteure sein. Für einen Tag. Und welcher Tag eignet sich dafür besser als der 1. April, an dem man die Dinge einmal mit noch etwas mehr Humor als sonst angeht.

Annette Frier und Konrad Beikircher bei der Rheinischen Post

Und so baten wir Annette Frier, das mehrfach ausgezeichnete Kölner Multitalent, das die Comedybühne so gut beherrscht (u.a. „Danni Lowinski“) wie das Charakterfach („Ella Schön“), und den kabarettistischen Erklärer der rheinisch-westfälischen Mentalität, Konrad Beikircher, ob sie einen Tag die Geschäfte übernehmen wollen. Sie wollten. Und sie konnten.

Hier finden Sie das Ergebnis:

  • Annette Frier wünschte sich, jenen ein Forum zu geben, die politisch im Kleinen wirken, aber Wichtiges zur Demokratie beitragen. Deshalb war Sebastian Dalkowski zu Besuch im Gemeinderat in Niederkrüchten und hat mit einem Lokalpolitiker darüber gesprochen, wie er die Welt sieht. Hier lesen Sie das Ergebnis.
  • In der Bundespolitik findet die Schauspielerin derzeit vor allem Robert Habeck eine spannende Figur: Ohne ein Porträt über den Grünen-Superstar gehe nichts, sagte Frier und lobte Habeck (“Seine Sprache, seine Art zu reden, hebt sich wohltuend ab vom Politikersprech.“). Das Porträt lesen Sie hier.
  • Der Rheinländer ist für Konrad Beikircher seit Jahrzehnten ein Herzensthema. Bei manchen prominenten Zeitgenossen wundern wir uns in der Redaktion immer wieder, dass sie nicht aus dem Rheinland kommen - so rheinisch sind ihre Eigenschaften, Stärken und Schwächen. Die Rheinländer der Herzen (unter anderem Barbara Schöneberger, Donald Trump und Angela Merkel) haben wir hier versammelt.
  • Und überhaupt: Was wäre das Rheinland ohne seine vielen Kneipen? Florian Rinke hat bei Gastwirt Wilfried Vennen aus Korschenbroich nachgefragt, ob es in seinem Geschäft eigentlich ein Erfolgsgeheimnis gibt.
  • Annette Frier wünschte sich den Perspektivwechsel, den sie als Schauspielerin täglich leisten muss, und „der auch dem Journalismus guttun würde“. So regte sie an, dass die Sportredakteurin ihren Bericht im Stil eines Kulturkritikers schreiben sollte und die Kulturkritik sprachlich im Gewand des Sportberichts daherkommen sollte. Hier lesen Sie, wie Kulturredakteur Wolfram Goertz eine Opernaufführung im Stil eines Sport-Livetickers kommentiert - und hier finden Sie eine feuilletonistische Bildbetrachtung aus dem Sport zu einer Spielszene aus dem Duell von Gladbach gegen die Fortuna.
  • Konrad Beikircher erinnerte an das außergewöhnliche Talent der Rheinländer, das Verdrängen-Können. Das schafften sie sogar mit der Zeit des Nationalsozialismus, sagt Beikircher mit Blick auf die erste Karnevalssession nach dem Krieg. Seinen Text dazu lesen Sie hier.
  • Weil Nordrhein-Westfalen ohne die Westfalen kein Bindestrich-Land mehr wäre und wohl auch die nötige Ernsthaftigkeit fehlen würde (Beikircher: „Der Westfale sagt immer die Wahrheit. Nur zum falschen Zeitpunkt.“),  hat der Südtiroler mit dem Herzen für die rheinisch-westfälischen Mentalitäten auch noch eine Hommage an den Westfalen geschrieben. Den Text lesen Sie hier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Annette Frier und Konrad Beikircher planen die RP für den 1. April

(brö/jco)