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Anklage gegen russischen Spion: Was Ilnur N. für Moskau tun sollte

Moskau wollte Infos zur Raketenforschung : Bundesanwaltschaft klagt mutmaßlichen russischen Spion an

Die Bundesanwaltschaft wirft Ilnur N. „geheimdienstliche Agententätigkeit“ vor. Der Behörde zufolge habe der Mann für Moskau Daten zur europäischen Trägerrakete Ariane besorgen sollen. Im Gegenzug soll er Geld erhalten haben.

Im Fall eines wegen mutmaßlicher Spionage in Deutschland festgenommenen Russen hat die Bundesanwaltschaft Anklage erhoben. Dem Beschuldigten Ilnur N. werde "geheimdienstliche Agententätigkeit" vorgeworfen, teilte die Karlsruher Anklagebehörde am Donnerstag mit. Die Anklage sei bereits am 9. Dezember vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München eingereicht worden.

Ilnur N. war im Juni vergangenen Jahres festgenommen worden. Bis zu dem Zeitpunkt hatte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für einen naturwissenschaftlich-technischen Lehrstuhl an einer Universität in Bayern gearbeitet. Der Bundesanwaltschaft zufolge nahm der russische Auslandsnachrichtendienst SWR spätestens im Herbst 2019 Kontakt zu dem Mann auf. N. habe sich zu einer nachrichtendienstlichen Zusammenarbeit bereiterklärt. Der russische Geheimdienst sei besonders interessiert gewesen an den Entwicklungsstufen der europäischen Trägerrakete Ariane.

Ab Ende November 2019 sei es zu regelmäßigen persönlichen Führungstreffen zwischen dem Beschuldigten und dem in Deutschland stationierten Führungsoffizier des russischen Auslandsgeheimdienstes gekommen, teilte die Bundesanwaltschaft weiter mit. Im Gegenzug für die übermittelten Informationen habe N. Bargeld von insgesamt 2500 Euro erhalten. Nach seiner Festnahme wurde N. in Untersuchungshaft genommen.

(Reuters)