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Schwerer Unfall am Silvesterabend: Anklage gegen Böhse-Onkelz-Sänger erhoben

Schwerer Unfall am Silvesterabend : Anklage gegen Böhse-Onkelz-Sänger erhoben

Frankfurt/Main (RPO). Gegen den Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell hat die Staatsanwaltschaft nach einem schweren Verkehrsunfall am Silvesterabend Anklage vor dem Landgericht erhoben. Dem 46-jährigen Iren wird vorgeworfen, unter Drogeneinfluss bei dem Unfall zwei Menschen verletzt zu haben.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main lautet unter anderem auf fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung, fahrlässige Körperverletzung und Unfallflucht. Russell hat sich zum Tatvorwurf nicht geäußert. Der Rocksänger soll am Steuer eines geliehenen Audi A8 auf der A66 einen Wagen mit einer Geschwindigkeit von rund 230 Kilometern pro Stunde überholt haben, obwohl er unter dem Einfluss von Kokain, Methadon und dem Medikament Diazepam stand und deshalb nicht mehr fahrtüchtig war. Dabei stieß sein Wagen mit dem anderen Auto zusammen.

Beide Autos prallten gegen die Leitplanke, und der überholte Wagen fing Feuer. Der Fahrer des Autos erlitt Verbrennungen, eine Leberblutung, einen Milzriss sowie eine Verletzung an der linken Niere. Seinem Beifahrer musste eine Hand samt Handgelenk amputiert werden.

Zu Fuß geflüchtet

Der Rocksänger soll daraufhin zu Fuß geflüchtet sein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verließ er jedoch erst die Unfallstelle, als bereits Helfer vor Ort waren. Einen Tag später bezeichnete Russell gegenüber einem Polizisten eine andere Person als Unfallfahrer. Diese Person bestätigte laut Staatsanwaltschaft die Aussage Russells. Allerdings wurden DNA-Spuren des Sängers am Lenkrad gefunden.

Der 46-Jährige wurde nach Zahlung einer Kaution von 50.000 Euro auf freien Fuß gesetzt. In einem Interview der "Bild"-Zeitung bestritt er die Vorwürfe und sagte, er sei nicht gefahren.

Russell gehört zu den Gründungsmitgliedern der deutschen Rockband, die es seit 1980 gibt. 2004 verkündete die Band ihre Trennung. Ihre letzten Konzerte spielten sie 2005. Die Band stand wegen ihrer Texte und ihrer Beliebtheit bei Neonazis immer wieder in der Kritik. Trotz späterer Distanzierungsversuche wurde ihr weiter eine Nähe zum Rechtsextremismus nachgesagt.

(apd/top)